Der Bitcoin ist am Dienstag an der Marke von 90.000 US-Dollar (84.499 Euro) abgeprallt. Auf der Plattform Bitstamp fiel die älteste und bekannteste Kryptowährung zuletzt auf 86.412 Dollar zurück. Zuvor hatte der Bitcoin mit 89.993 Dollar ein Rekordhoch erreicht.
„Der Risikoappetit auf Bitcoin und Co. bleibt weiterhin hoch, auch wenn sich nun langsam, aber sicher erste Überhitzungserscheinungen bemerkbar machen“, kommentierte Timo Emden, Analyst bei Emden Research. „Anleger dürften sich eine Verschnaufpause gönnen, sodass die jüngste Euphorie wieder einer nüchternen Betrachtungsweise weichen könnte.“
Kräftigen Rückenwind hat der Bitcoin vom Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen in der Vorwoche erhalten. Seither ging es für ihn deutlich nach oben. Vor den Wahlen hatte er noch weniger als 70.000 Dollar gekostet. Seit dem Jahrestief bei 38.500 Dollar im Jänner hat sich sein Wert mehr als verdoppelt.
Trump verspricht billigen Strom
Trump war im Wahlkampf der Liebling einer Mehrheit in der Krypto-Community. Er hatte sich zwar während seiner ersten Präsidentschaft negativ über den Bitcoin geäußert, zuletzt aber aktiv die Krypto-Community umworben. Auf einer großen Bitcoin-Konferenz in Nashville versprach Trump, den Kryptomarkt weitgehend unreguliert zu lassen und für billigen Strom für das Berechnen neuer Bitcoin-Münzen („Mining“) zu sorgen.
Emden sieht in den steigenden Preisen auch ein Risiko. „Schon bald könnten Regulierungsbehörden auf den Plan gerufen werden und wieder verstärkt ein Auge auf Bitcoin und Co. werfen“, so der Experte. „Es bleibt völlig offen, wie weit Donald Trump mit Beginn seiner Amtszeit die regulatorischen Daumenschrauben tatsächlich lockern wird.“ Emden erwartet weiterhin hohe Schwankungen.
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