Ziegelstadl-Mobbing

„Meine ganze Familie hat Unglaubliches mitgemacht“

Tirol
06.11.2024 08:02

Der Personalvertreter der Innsbrucker Justizanstalt packte nun im fortgesetzten Mobbingprozess am Landesgericht aus und schilderte eine Anzeigenflut, Schikanen sowie Intrigen. Ein wichtiger Beteiligter fehlte jedoch ...

Als unzumutbar empfundene Missstände in der Justizanstalt Innsbruck – von unbesetzten Planstellen bis zu überfüllten Zellen – ließen Personalvertreter Alarm schlagen. Als dies auch den Weg in die Medien fand, vor allem in die „Krone“, war das Verhältnis mit dem Anstaltsleiter zunehmend zerrüttet.

Rund 60.000 Euro werden gefordert
„Vor allem meine Frau, die 22 Jahre dort ausgezeichnete Arbeit leistete, hat der Anstaltsleiter dann sekkiert bis aufs Blut. Meine ganze Familie hat Unglaubliches mitgemacht“, schilderte der Kläger, der nach langem Krankenstand nun rund 60.000 Euro fordert. Er selbst sei mit etlichen anonymen Anzeigen konfrontiert gewesen – von einem angeblichen Diebstahl von Kaffeegeld und Tabletten bis zum bitterbösen Brief an das Büro des Landeshauptmannes.

Verstoß gegen die Amtsverschwiegenheit
Der Besuch einer Tiroler Politdelegation im „Ziegelstadl“ wurde von der Generaldirektion in Wien wegen angeblichem Personalmangel abgelehnt. Als der Kläger in der „Krone“ kundtat, dass dies an einem Freitagnachmittag (Insassen eingesperrt) leicht möglich sei, sah er sich mit einer Anzeige wegen Verstoßes gegen die Amtsverschwiegenheit konfrontiert. Die Rechtsvertreter der Beklagten stellten wiederholt infrage, ob die Anzeigen überhaupt aus Kreisen der Anstaltsleitung kamen.

Der Anstaltsleiter ließ sich wegen Krankheit entschuldigen, was den Kläger lächelnd den Kopf schütteln ließ: „War ja zu erwarten.“ Der Stellvertreter blieb dem Prozess im vergangenen Dezember auch schon fern.

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