Die russische Regierung kauft trotz Spionagevorwürfen mehr iPhones ein. Von Jänner bis September seien viermal so viele der begehrten Apple-Geräte wie im Vorjahreszeitraum beschafft worden, berichtete die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.
Dabei hatte der russische Geheimdienst FSB dem Erzrivalen USA im Juni 2023 vorgeworfen, auf den iPhones eine ausgeklügelte Überwachungssoftware installiert zu haben, mit der die Besitzer ausgeforscht werden sollten.
Nach diesem vermeintlichen Skandal verbot das russische Digitalministerium im vergangenen Jahr seinen Mitarbeitern, iPhones und iPads für berufliche E-Mails und Anwendungen zu nutzen. Am Montag reagierte das Ministerium zunächst nicht auf eine Bitte um eine Stellungnahme zu dem Bericht.
Das Blatt stützte seinen Beitrag auf einen ungenannten Vertreter der Handelsplattform Tenderplan. Demnach wurden regierungsamtlich in den ersten drei Quartalen des Jahres 6,9 Millionen Rubel (rund 71.500 US-Dollar) für die Apple-Produkte ausgegeben. Im Vorjahreszeitraum waren es demnach nur 1,6 Millionen Rubel. Reuters konnte die Angaben nicht verifizieren.
Gegenseitige Vorwürfe
So wie die USA Russland vorhalten, mit hybrider Kriegsführung zu versuchen, die Präsidenten-Wahl Ende November zu manipulieren, wirft auch die Regierung in Moskau den Amerikanern vor, die eigenen Wahlen zu manipulieren. Die Zeitung „Kommersant“ schrieb vergangenes Jahr, Beamte, die an den Vorbereitungen der russischen Präsidentschaftswahl im März 2024 beteiligt waren, dürften keine iPhones nutzen.
Nach dem Bericht gab es Befürchtungen, die Geräte seien ein Einfallstor für westliche Geheimdienste. Sollte eine Gefahr für die Abstimmung von den iPhones ausgegangen sein, so wurde diese offenbar abgewehrt. Jedenfalls wurde Präsident Wladimir Putin mit über 88 Prozent im Amt bestätigt.
Beliebte Grauimporte
Ungeachtet aller Warnungen ist das neueste iPhone 16 in Russland auch bei Bürgern, die nicht für die Regierung arbeiten, sehr gefragt. Dabei hat Apple die Exporte nach Russland wegen des Ukraine-Kriegs gestoppt. Die Russen behelfen sich mit Grauimporten. Diese sind in Russland legal, dadurch können Waren ohne Erlaubnis der Markeneigentümer eingeführt werden.
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