Emsig krabbelten Wissenschafter durch heimische Naturparadiese, um unbekannte und bekannte Käferarten zu entdecken. Nun gab es die entomologische Bilanz.
Der Nationalpark Donau-Auen, jener im Thayatal, aber auch der Biosphärenpark Wienerwald und das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal, sie alle waren in den vergangenen (Sommer-)Monaten Ziel der „Großwild-Jagd“ auf die winzige, für Zufallswanderer oft unsichtbaren Käfervielfalt. Fündig wurden die zweibeinigen Krabbler dabei vor allem im sogenannten Totholz – jenem Substrat also, das sich im Humus absterbender Baumriesen bildet und ganz offenbar wertvollster Lebensraum für rare Spezies wie den Scharlachroten Plattkäfer und den Hornissenbock bildet.
Die beeindruckende Öko-Bilanz, die von den emsigen Entomologen – wie die Insektenforscher lateinisch genannt werden – im Naturhistorischen Museum in Wien stolz präsentiert werden konnte: Insgesamt konnten mehr als 10.200 Individuen eingesammelt werden – sie sind 891 verschiedenen Käferarten zugeordnet, von denen wiederum mehr als 650 Arten nachweislich auf Holzsubstrat angewiesen sind. Darunter fanden sich auch sehr seltene totholzbewohnende Arten wie der Veränderliche Edelscharrkäfer, der jene alte Eichen bewohnt, die wegen der forstwirtschaftlichen Intensivnutzung kaum mehr außerhalb von Schutzgebieten zu finden sind.
Viele Käferarten entdeckt
Weiters tauchte der Käfer Peltis grossa aus Vermodertem auf. Wegen seiner Seltenheit wurde ihm noch gar kein deutscher Name gegeben. In der Fülle der gefundenen Käfer ist eine Gruppe besonders hervorzuheben – die sogenannten Urwaldreliktarten. Darunter werden Geschöpfe zusammengefasst, deren Vorkommen sich auf natürliche bis sehr naturnahe Wälder beschränkt, in denen keine oder nur sehr eingeschränkte Schlägerung stattfindet. Besondere Ausbeute hier: 48 besonders wundersame Arten.
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