Die Wechseljahre sind zwar eine natürliche Phase im Leben jeder Frau, oft gehen sie aber mit vielen körperlichen und emotionalen Veränderungen einher. Im Rahmen des Welt-Herztages am 29. September tritt eine wichtige Gesundheitsfrage in den Vordergrund: Erhöht sich das Risiko für Herzerkrankungen?
Rund um die Menopause sinken die Östrogenspiegel im Körper. Dieses Hormon hat jedoch eine schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Es hilft dabei, die Flexibilität der Blutgefäße zu erhalten, erhöht den Spiegel des „guten“ Cholesterins (HDL) und wirkt entzündungshemmend. Mit abnehmendem Östrogenspiegel steigt das Risiko für arterielle Verhärtung und erhöhte Cholesterinwerte, was wiederum das Risiko für Herzerkrankungen erhöht.
Auch bei Frauen häufigste Todesursache
Das wird jedoch nach wie vor vernachlässigt! Dabei stellen auch für Frauen Erkrankungen wie Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche oder Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern den häufigsten Grund für Krankenhauseinweisungen sowie vorzeitigen Tod dar. Nur dass diese Erkrankungen bei ihnen aufgrund des hormonellen Schutzes meist etwa zehn Jahre später als bei Männern auftreten.
Natürlich gelten bei „ihr“ dieselben Risikofaktoren wie beim „ihm“: Übergewicht, Bluthochdruck (steigt bei älteren Frauen rapider an als bei Männern), Diabetes, Rauchen, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel schaden dem weiblichen Körper vielfach sogar noch mehr als dem männlichen. Man weiß heute etwa, dass das Risiko für einen Herzinfarkt bei Raucherinnen, (unbehandelten oder schlecht eingestellten) Diabetikerinnen sowie Bluthochdruck-Patientinnen deutlich höher ansteigt als bei Männern mit gleichem Risikoprofil.
Selbstfürsorge: Öfter zum Arzt gehen!
Das sollten Frauen wissen, und dementsprechend reagieren, etwa mit vermehrten Arztkontrollen. Das bedeutet, vor allem in und nach den Wechseljahren die Selbstfürsorge nicht zu vernachlässigen und Körperwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Ab diesem Alter werden Ärzte nämlich immer seltener besucht. Mussten die meisten durch Schwangerschaft, Geburt und mit den Kindern öfter bei Medizinern vorstellig werden, tendieren sie später dazu, diese Termine kaum noch auszumachen.
Andere Symptome bei Infarkt
Weiteres Problem: „Ihre“ Symptome können sich von denen der Männer deutlich unterscheiden. Sie erleben Beschwerden wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Schweißausbrüche, Schmerzen auf der rechten Seite und Rückenweh anstatt der klassischen Brustschmerzen.
Gleichzeitig sind sich Frauen mit Herzinfarkt gar nicht sicher, ob sie davon betroffen sind und es sich hier um eine Notfallsituation handelt. Sie warten daher durchschnittlich etwa 37 Minuten länger als Männer, bevor sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, erhalten somit lebensrettende Maßnahmen deutlich später als ihre männlichen Leidensgenossen. Auch deshalb ist ein Verständnis der Symptome entscheidend für eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung.
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