Kein Missbrauch. Theaterdonner: Wie hatte die ÖVP doch laut gepoltert, als die grüne Klimaschutzministerin gegen den Willen des Koalitionspartners der EU-Renaturierungsrichtlinie zugestimmt hatte. Man erwog sogar den Koalitionsbruch, verzichtete darauf aber doch und kündigte allerlei rechtliche Schritte gegen Leonore Gewessler an. Vor allem eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs, weil die Grüne Verfassungsrecht gebrochen habe, nicht dazu ermächtigt gewesen sei, der EU-Verordnung gegen den Willen der Landeshauptleute zuzustimmen. Nun hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft diese Anzeige jedoch zurückgelegt: kein Amtsmissbrauch! Die Grünen jubeln, die Türkisen schäumen. Die Koalition braucht nicht mehr zu brechen, sie wird ohnehin in zwei Wochen abgewählt…
Kein Rekord. Wenn der regierende Bundeskanzler gegen den SPÖ-Kanzlerkandidaten zur TV-Konfrontation antritt – dann bringt das dem ORF bemerkenswerterweise keinen neuen Duell-Rekord. 754.000 Zuschauer wurden am Donnerstag Abend bei der Konfrontation zwischen Karl Nehammer und Andreas Babler gemessen. Beim Duell von Herbert Kickl gegen den grünen Vizekanzler Werner Kogler am Dienstag waren es um beinahe 100.000 Zuseher mehr gewesen. Und selbst die Konfrontation zwischen Nehammer und Neos-Frontfrau Beate Meinl-Reisinger hatte mehr Publikum angelockt. Insgesamt sind die Reichweiten für die Duelle mit annähernd je einem Drittel der TV-Zuseher mehr als respektabel. Warum tun sich die Zuseher das an? Conny Bischofberger zitiert heute in ihrer „Krone“-Kolumne Joe Navarro, Experte für Körpersprache, der sagt, das Publikum erwarte ein Spektakel wie im Zirkus. „Wird jemand vom Trapez fallen? Greift der Tiger den Dompteur an?“ Und Bischofberger ergänzt: „Inhalte? Sind letztlich nicht so interessant. Selbst Unentschlossene kennen die Standpunkte der Kandidaten ohnehin.“ Und sie empfiehlt allen, die von den vielen Wiederholungen in diesem Wahlkampf schon genervt sind: „Einfach Ton ausschalten, zurücklehnen und einmal nur die Gesichter, Gesten, Augen und Hände sprechen lassen.“ Ein guter Vorschlag – wir sollten ihn ausprobieren.
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