Der Angeklagte hatte sich dem Mädchen via Internet genähert: Er benötige eine Babysitterin. Die 15-Jährige stieg beim ersten Treffen in Graz in den Wagen des Mannes. Es folgte eine zehnstündige Odyssee durch die Steiermark und Slowenien (Bericht siehe Infobox). Während der Fahrt soll der Angeklagte immer wieder haltgemacht und die Jugendliche mehrfach vergewaltigt haben.
Erst ein Autounfall auf der Pyhrnautobahn beendete den Wahnsinn, im Krankenhaus vertraute sich das Mädchen den Ärzten an. "Der Unfall war ihr größtes Glück an diesem Tag", so Richter Martin Wolf.
Angeklagter widerrief früheres Geständnis vor Gericht
Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig: "Sie wollte, dass ich sie nach Kroatien bringe, und drohte mir, mich sonst wegen Vergewaltigung anzuzeigen." Warum der Mann volle Benzinkanister im Auto mitführte und dem Mädchen Wodka zu trinken gab, blieb offen. "Haben Sie noch etwas anderes vorgehabt? Wollten Sie das Mädchen mit Benzin übergießen und verbrennen?", fragte der Richter. Der Deutsche stritt alles ab: Sein früheres Geständnis sei nur deshalb zustande gekommen, weil die Polizei mit Prügel gedroht habe.
Durch den Widerruf wird die Beweislage erschwert, der Richter monierte auch lückenhafte Erhebungen. Der Prozess wurde vertagt. Bei einer Verurteilung drohen dem Deutschen zwischen fünf und 15 Jahren Haft.
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