Drei Verdächtige

Brandanschlag auf Pizzeria in Tirol war Auftragstat

Österreich
21.02.2013 13:41
Ein Trümmerhaufen ist das Einzige, was von der Pizzeria "Was ist mit du" in Tirol nach dem Brandanschlag Anfang Februar, wie berichtet, übrig blieb. Von den Tätern fehlte jede Spur - bis jetzt: Denn nun klickten für zwei Verdächtige die Handschellen. Ein dritter mutmaßlicher Komplize, ein 18-Jähriger, befindet sich mit schweren Brandverletzungen, die er sich in der Nacht des Anschlags bei dem Feuer zugezogen hatte, in der Klinik. Die Verdächtigen dürften vom Besitzer des Lokals beauftragt worden sein.

"Nach dem momentanen Ermittlungsergebnis dürfte das Motiv gewesen sein, aus der Versicherungssumme Geld zu lukrieren", meinte Walter Pupp, Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes, am Donnerstag. Einer der mutmaßlichen Täter habe mittlerweile ein umfassendes Geständnis abgelegt, fügte Chefinspektor Markus Hammerl hinzu. Auch der Lokalbetreiber werde verdächtigt, in den Brandanschlag verwickelt zu sein. Dieser ist jedoch untergetaucht. Fahndungsmaßnahmen nach ihm und seinem "Umfeld" würden daher in Betracht gezogen, so Hammerl.

"Es war kein fremdenfeindlicher Anschlag"
Offenbar dürften sämtliche, mutmaßliche Beteiligte in "massiven finanziellen Schwierigkeiten" gesteckt haben. "Es handelt sich um ein reines Kriminaldelikt. Es war kein fremdenfeindlicher Anschlag. Ein politisches, religiöses oder ethnisches Motiv können wir ausschließen", sagte Pupp. 

Dass auch in dem neben der Pizzeria gelegenen, türkischen Vereinslokal in derselben Nacht ein Brand gelegt und faschistische Parolen in türkischer Sprache hinterlassen wurden, sei offensichtlich nur eine Ablenkungsmanöver gewesen. Man gehe zudem davon aus, dass kein Zusammenhang mit dem Handgranaten-Anschlag auf ein Innsbrucker Café wenige Tage zuvor bestehe, teilte der Kriminalist mit.

Zwei mutmaßliche Täter bei Brandanschlag verletzt
Die Verdächtigen hatten sich offenbar im Vorfeld der Tat im bayerischen Rosenheim abgesprochen, erklärte Hammerl. Den Brandbeschleuniger sollen sie am Abend der Tat, dem 2. Februar, an einer Tankstelle besorgt haben. Kurz vor 1 Uhr brachen die Täter dann durch eine Seitentür des Lokals ein, verschütteten brennbare Flüssigkeit in den Räumlichkeiten sowie im Keller und zündeten sie von außen an (Bericht siehe Infobox). Zwei Verdächtige, der 18-Jährige sowie ein 31-jähriger Landsmann, wurden dabei verletzt.

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