Vorzeitig abgereist

Wie der Traumurlaub für Familie zum Horror wurde

Niederösterreich
29.08.2024 09:15

Heimliche Fotos der Tochter, schwer bewaffnete Polizisten, Hilflosigkeit: Ein abruptes Ende fand der für drei Wochen geplante Trip einer Familie nach Sri Lanka. Das Mädchen befindet sich seither sogar in Therapie.

Traumstrände, malerische Landschaften, gigantische Tempel: Am Papier bietet der Inselstaat Sri Lanka im Indischen Ozean alles, was das (Urlauber-)Herz begehrt. Doch für eine Familie aus dem Wienerwald wurde der Trip dorthin zum Albtraum. Sie musste vorzeitig abreisen, die jüngste Tochter (13) benötigt seitdem therapeutische Hilfe.

Fotos von minderjährigen Mädchen
Doch was war der Auslöser? „Meine Tochter hat am Pool an einem Spiel mitgemacht, als ihr auffiel, dass eine Gruppe Betrunkener aus Indien ihre Handys gezückt und gezielt Frauen und minderjährige Mädchen in Bikinis fotografiert haben“, erzählt der Vater (43). Auch die 13-Jährige wurde unfreiwillig zum Fotomotiv.

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Wenn wir Pech haben, müssen wir zum Prozess wieder nach Sri Lanka. Ich hoffe, das ersparen sie meiner Tochter und es reicht aus, wenn nur ich komme.

Der Familienvater (43)

Die Niederösterreicher meldeten die Vorfälle sofort an der Rezeption. „Leider wurden wir lange ignoriert, die Polizei erst viel zu spät gerufen“, erzählt der zweifache Familienvater. Schlussendlich standen schwerbewaffnete Uniformierte im Foyer. „Sie behandelten uns wie die Täter, wir mussten unsere Pässe abgeben und wurden in einem fensterlosen Raum einvernommen. Meine Tochter war völlig am Ende mit den Nerven, ist traumatisiert“, erzählt der Mann.

„Wie paralysiert“
Sechs Stunden später war zumindest eine Anzeige erstattet. Ab diesem Zeitpunkt habe man sich jedoch wie Gefangene im Hotel gefühlt – ständig von einem „Aufpasser“ begleitet. „Es war untragbar. Als wir dann am nächsten Tag die indischen Männer gut gelaunt beim Frühstückstisch sahen, war meine Tochter wie paralysiert. Wir wollten nur mehr weg“, schildert der 43-Jährige, der daraufhin mit seiner Familie auf eigene Kosten zehn Tage früher als geplant heimgeflogen ist. Er hat mittlerweile Rechtsanwälte, Ministerium und Botschaft eingeschaltet. „Es ist eine Riesensauerei, was hier passiert ist!“

Auch das Reiseunternehmen nimmt der Niederösterreicher in die Pflicht: „Es kann nicht sein, dass in einem Familienhotel an eine Gruppe Männer Zimmer vergeben werden, die nur zum Feiern und zum Belästigen von Frauen und Kindern hier nächtigen.“

Strapazen noch nicht vorbei
Die Strapazen für die Familie sind aber auch zurück im Wienerwald noch nicht vorbei. „Meine Tochter benötigt Ruhe und eine umfangreiche Psychotherapie, um das Erlebte zu verarbeiten. Und wenn wir Pech haben, müssen wir zu den Prozessen, die anstehen, wieder nach Sri Lanka“, so der Vater.

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