Das Wirtshaus ums Eck – wo gibt es das noch? In vielen Orten ist diese Tradition passé. Da freut eine Botschaft aus St. Gertraudi im Tiroler Unterland. Dort zieht neues Leben in ein jahrhundertealtes Gasthaus ein.
Kaum zu glauben: Zehn (!) Gasthäuser hatte laut Martin Reiter sein Heimatdorf St. Gertraudi (Gemeinde Reith i. A.) einst – bei gerade einmal rund 250 Einwohnern.
Von den Traditionsgaststätten blieb zuletzt nur der 250 Jahre alte Gasthof Kammerlander neben der Kirche übrig. Fuhrwerker, Bergknappen und Schiffsleute von der Innschifffahrt kehrten dort einst ein. Kachelöfen wärmten die Gaststuben, ein Kastanienbaum im Garten spendete im Sommer Schatten. Historische Fotos aus dem Archiv von Hobby-Historiker Reiter zeugen vom Glanz des schmucken Wirtshauses.
Langjährige Wirtin hielt bis zum 83. Lebensjahr die Stellung
Beim Kammerlander gingen im Vorjahr die Lichter aus, weil die langjährige Wirtin Elisabeth mit 83 in Pension ging. Das Ende des letzten Gasthofes schien besiegelt. „Doch jetzt hat sich ein Pächterpaar gefunden“, kann Reiter eine frohe Kunde überbringen. Am Samstag (31.8.) wird Wiedereröffnung beim Kammerlander gefeiert. In St. Gertraudi wird eine jahrhundertealte Tradition fortgeführt. In anderen Dörfern bleibt nur die Erinnerung ans Wirtshaus ums Eck – und vielleicht ein paar alte Bilder davon.
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