Österreichs Kinderärzte schlagen Alarm und warnen Eltern: Der missbräuchliche Konsum von Lachgas nimmt vor allem unter Kindern und Jugendlichen stark zu – die Folgen werden massiv unterschätzt. Welche dramatischen gesundheitlichen Probleme drohen, berichtet ein Facharzt aus Salzburg.
Das Inhalieren von Lachgas (Distickstoffmonoxid), um sich zu berauschen, wird in Europa immer beliebter – und ist in der Lage, jede Menge körperliche Schäden zu verursachen: „Distickstoffmonoxid wirkt bei regelmäßigem und starkem (!) Gebrauch als Nervengift. Dabei spielt die irreversible Inaktivierung von Vitamin B12 im Körper eine wichtige Rolle. Dieses Vitamin ist etwa für die Nerven wichtig.
Nervenschäden machen sich u. a. durch Missempfindungen, Muskelschwäche, Gleichgewichtsverlust und andere motorische Störungen bis hin zu Lähmungserscheinungen bemerkbar“, erläutert Dr. Holger Förster, Arbeitsgruppe Jugend- und Sportmedizin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde mit Ordination in Salzburg.
Das Einatmen des Gases führt zudem zu Sauerstoffmangel. Wiederholter Gebrauch kann deshalb eine Reihe von Schäden verursachen. Dazu gehören Hirnschäden, Störungen der Blutbildung oder Blutgerinnsel sowie Herzinfarkte.
Dr. Holger Förster, Arbeitsgruppe Jugend- und Sportmedizin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
„Das Einatmen des Gases führt zudem zu Sauerstoffmangel. Wiederholter Gebrauch kann deshalb eine Reihe von Schäden verursachen. Dazu gehören Hirnschäden, Störungen der Blutbildung (Anämie) oder Blutgerinnsel (Thrombosen) sowie Herzinfarkte“, warnt er alle Eltern. Wer das Gas noch dazu direkt aus Kartuschen nutzt, hat darüber hinaus ein extrem hohes Risiko für schwere Kälteverbrennungen und Lungenverletzungen.
Denn es gefriert, wenn es aus diesen Behältern freigesetzt wird. Innerhalb von Sekunden ist es imstande, Nase, Lippen, Mund, Rachen, Stimmbänder und Lunge zu „verbrennen“. Manchmal kann die Schwellung auch die Atemwege lebensbedrohlich verschließen. Das Gas steht weiters unter hohem Druck und zerreißt mitunter beim direkten Einatmen das Lungengewebe.
Die Popularität von Lachgas außerhalb der medizinischen Nutzung erklärt sich aus der leichten Verfügbarkeit, dem niedrigen Preis und der falschen Annahme, dass es harmlos sei.
Trügerisch: In den ersten Minuten des Konsums kommt es kurzzeitig zu Glücksgefühlen, Entspannung und einem Empfinden der „Losgelöstheit“. Die Schäden folgen später ...
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