Im Gemeinderat am Montag, 8. Juli, bahnt sich eine heiße Debatte an. Der Welser Polizeisportverein soll für den Bau des neuen Clubheims und der Schießhalle eine Förderung von drei Millionen Euro erhalten. In dem „Förderpaket“ ist auch ein umstrittener Verkauf des vereinseigenen Grundstücks enthalten.
Mit knapp 1100 Mitgliedern zählt der 1933 gegründete Polizeisportverein zu den größten Sportvereinen von Wels. Sowohl das Clubheim als auch die Schießhalle sind in die Jahre gekommen. Im kommenden Gemeinderat am Montag soll die 4,8 Millionen Euro teure Sanierung mit einer Drei-Millionen-Finanzspritze der Stadt in die Wege geleitet werden. Das Land schießt 1,1 Millionen Euro zu, der Bund 350.000 Euro. Den Rest finanziert der Verein mit einem Kredit.
PSV-Präsident ist Vizebürgermeister
Die Debatten heizt die Tatsache an, dass Stadtvize und Sportreferent Gerhard Kroiß (FP) Präsident der „Polizisten“ ist. Er kündigt aber an, sich der Abstimmung fernzuhalten. Mit den Stimmen der restlichen FP-Politiker, und von Neos sowie MFG dürfte es eine Mehrheit geben.
Die Grünen haben von Anfang an das Projekt des Welser Polizeisportvereins sehr skeptisch betrachtet und bereits im vergangenen Jahr gegen die Förderung der Planungskosten gestimmt.
Thomas Rammerstorfer, Grünen-Stadtrat
Sowohl Grünen-Stadtrat Thomas Rammerstorfer als auch VP-Stadtrat Martin Oberndorfer lehnen das Projekt ab. Letzter kritisiert die Schießhalle um 3,5 Millionen €: „Problematisch ist, dass der Beschluss über die Neuerrichtung vor der Erstellung des Sportstättenkonzepts erfolgen soll. Während der PSV jetzt schon die Zusage bekommen soll, würde über den Sanierungsbedarf der anderen Vereine erst im Herbst entschieden. Das ist unfair.“
Verdacht auf versdeckte Subvention
Umstritten ist auch das „Finanzierungspaket“. Zwei Millionen € fließen als reine Subvention. Dazu kommt eine Million für den Kauf des 7000 Quadratmeter großen Grundstücks, das die Stadt dem Verein dann für 80 Jahre uneingeschränkt zur Verfügung stellt. Oberndorfer: „Damit wäre die Stadt nur formal Eigentümer.“
Die Entscheidung, ob Wels sich eine neue Schießhalle leisten kann oder nicht, ist auch davon abhängig, welche Investitionen in den nächsten Jahren insgesamt im Welser Sport notwendig sind.
Martin Oberndorfer, ÖVP-Stadtrat
Dass es sich um eine verdeckte Subvention handelt, schließt Kroiß aus: „Wir haben das prüfen lassen. Der Baurechtsvertrag ist in Ordnung.“ Dass der PSV bei der Fördervergabe früher zum Zug kommt, liege daran, dass das Projekt vor sehr langer Zeit eingereicht wurde, jetzt die Förderzusage des Landes eintraf.
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