Österreichs Kult-Zehner Andeas Herzog analysiert vorab das heutige Match gegen Polen.
Klar ist bei einem Turnier wie der EURO auch die Rotation ein Thema im Trainerteam. Wenn es darum geht, frische Beine ins Spiel zu bringen, eventuell auch taktisch etwas zu verändern. Zwei, drei Neue in Österreichs Startelf gegen Polen kann ich mir gut vorstellen, mehr nicht. Denn es ist für uns am Freitag schon ein erstes Entscheidungsspiel gegen den besten Gegner, den man aus dem Kreis der Play-off-Teams erwischen konnte.
Ich könnte mir vorstellen, dass unser Teamchef Ralf Rangnick in der Innenverteidigung Max Wöber eine Pause gibt, er stattdessen auf Gernot Trauner setzt, der es im Finish gegen Frankreich richtig gut gemacht hat. Ebenso bieten sich im Mittelfeld Patrick Wimmer oder Romano Schmid für die Startelf an, offensive Kreativspieler, die am Ball stark und oft mit ihren mutigen Dribblings erfolgreich sind.
Dann spielen wie erwähnt auch taktische Anpassungen eine Rolle. Ein zentraler Punkt: Wie schafft man es, Marcel Sabitzer offensiv besser ins Spiel einzubinden als gegen Frankreich? Es wäre denkbar, dass er – oder auch Konrad Laimer – diesmal an der Seite von Nicolas Seiwald aus dem Zentrum agiert, er so mehr in unser Spiel involviert ist.
Denn vieles spricht dafür, dass wir gegen die Polen mit unserem hohen Pressing wieder zu mehr Ballgewinnen kommen werden, das blitzschnelle Umschalten sich wieder als unser Trumpf erweisen könnte.
Sonst gibt es wenig Anlass zur Rotation: Patrick Pentz agierte im Tor sehr sicher, Kevin Danso trat bärenstark auf, auch Stefan Posch, Phillipp Mwene oder Christoph Baumgartner haben die Erwartungen erfüllt. Defensiv lag das Hauptaugenmerk in der Vorbereitung wohl auf Robert Lewandowski: Bist du einmal unachtsam, haut dir der Pole den Ball garantiert rein. Wobei Lewandowski bei einer Endrunde noch nie so stark war wie davor in der Quali – ich hoffe, er behält diesen Rhythmus bei.
Wichtig wird auch der Schiri sein – dass unsere Spieler nicht wieder bei jedem ersten Foul „Gelb“ sehen. Wir kassierten gegen Frankreich fünf Verwarnungen: Fassen Laimer, Baumgartner, Danso, Mwene oder Wöber erneut „Gelb“ aus, sind sie am Dienstag gegen die Niederlande gesperrt. Das kann, wenn es vielleicht um alles geht, zu einer gewaltigen Hypothek werden.
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