Ein Allheilmittel, das alle Probleme an Schulen lösen kann, wird es nicht sein. Dennoch kann ich dem Vorschlag des Wiener Bildungsstadtrats Wiederkehr einiges abgewinnen: Es soll verpflichtender Demokratieunterricht ab der ersten Volksschulklasse stattfinden. Was der pinke Politiker vor allem erkannt hat: Wir müssen vom parteipolitischen Hickhack, endlosen Diskussionen, intelligenten wie auch weniger klugen Kommentaren zum Thema Integration endlich ins konkrete Tun kommen.
Es hilft nichts, weiterhin zu ignorieren, dass die Mehrheit der Wiener Volksschüler islamischen Glaubens ist. Diese Zahl wird in den nächsten Jahren noch steigen. Die Veränderungen, die sich daraus an unseren Schulen ergeben, sollten inzwischen weitgehend bekannt sein. Für muslimische Communities spielen traditionelle und religiöse Gebote in der Erziehung der Kinder eine große Rolle.
Dass die katholische Glaubenslehre im Alltag der Menschen es nicht mehr tut, mag so manchem kirchlichen Würdenträger missfallen. Dennoch ist Religion weitgehend Privatsache geworden. Nicht so bei unzähligen muslimischen Familien. Allein auf Reformen innerhalb der islamischen Glaubensgemeinschaften zu hoffen, wird deshalb zu wenig sein.
Sobald demokratiefeindliche Gebote einer Religion zu viel Einfluss gewinnen, sollte die Politik reagieren und den Rechtsstaat verteidigen. Übrigens: Demokratieunterricht beginnt schon bei der Erziehung
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