Auch in der Saison 2024/25 läuft der Vorarlberger Torhüter Michael Langer im königsblauen Trikot auf. Schalke 04 (2. Bundesliga) teilte am Mittwoch mit, dass sein auslaufender Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Damit geht der Österreicher in die achte Saison mit Schalke 04 – und das mit 39 Jahren. Der „Krone“ verrät er unter anderem sein Erfolgsrezept.
„Krone“: Michael, vor rund drei Wochen hieß es, dass du Schalke 04 verlassen musst, heute verkündet der Verein, dass du doch noch ein weiteres Jahr das königsblaue Trikot trägst. Wie kam es zu dieser Wende?
Michael Langer: Rund eine Woche nach dem vermeintlichen Aus bei Schalke habe ich einen Anruf von Ben Manga, neuer Direktor für Kaderplanung, Scouting und Knappenschmiede, erhalten. Wir hatten ein intensives, gutes Gespräch. Er hat mir von seinen Plänen und Visionen erzählt, das hat mich einfach gepackt. Danach folgte ein weiteres intensives Gespräch zwischen uns beiden. Er hat sich extrem um micht bemüht, ich hatte einfach ein sehr gutes Gefühl dabei. Und so kam es schließlich zur Vertragsverlängerung.
Seit 4. August 2017 bist du Teil des Torwart-Teams bei Schalke 04 – damals warst du 32 Jahre alt. Heute, sieben Jahre später, gehörst du immer noch dazu – mit mittlerweile 39 Jahren. Das schafft nicht jeder Kicker, das muss auch auf die Substanz gehen. Dein Erfolgsrezept?
Das ist schwierig. Du musst einfach versuchen, täglich am Körper zu arbeiten. Im Vordergrund steht für mich allerdings der Spaß, im Team zu arbeiten und meine Erfahrungen weiterzugeben. Das hält mich fit.
Es war natürlich ein wilder Ritt mit vielen guten Momenten, aber auch vielen fordernden Momenten.
Torwart Michael Langer
Deine bisherigen Jahre auf Schalke waren durchaus turbulent: Die ersten Saisonen kickte das Team in der Bundesliga, 2020/21 folgte nach 30 (!) Jahren der Abstieg in die 2. Bundesliga, dann gelang der sofortige Aufstieg in die Bundesliga, 2022/23 verfehlte die Mannschaft erneut den Klassenerhalt und spielt seither im „Unterhaus“. Zu all dem hast du dazwischen auch noch einen Kreuzbandriss erlitten, dich mit harter Arbeit wieder erfolgreich zurückgekämpft. Und auch ein Trainee-Programm beim Verein absolviert. Wie hast du persönlich diese Jahre erlebt?
Es war natürlich ein wilder Ritt mit vielen guten Momenten, aber auch vielen fordernden Momenten. Es ist viel abgegangen, das ist klar. Aber es ist immer wieder aufs Neue eine große Herausforderung, das Bestmögliche für die Mannschaft beizutragen – und das macht mir richtig Spaß.
Was war für dich während dieser vergangenen sieben Jahre der herausforderndste Moment? Und welcher der unvergesslichste?
Die herausforderndsten bzw. schlimmsten Momente waren für mich die beiden Abstiege von der Bundesliga in die zweite Liga. Der unvergesslichste Moment hingegen war der Aufstieg in die Bundesliga, den wir beim Spiel gegen St. Pauli Zuhause fixieren konnten. Das war der Wahnsinn.
Deine Rolle im Torwart-Team bzw. bei Schalke ist durchaus speziell. Kannst du sie uns näher beschreiben?
Das ist schwer zu sagen, ich lasse lieber andere derartige Bewertungen erstellen. Ich habe Spaß daran, meine Erfahrungen weiterzugeben und mich tagtäglich mit Top-Torhütern messen zu können. Jeder hat seine Rolle und ich versuche, meine Rolle auszufüllen und meinen Teil dazu beizutragen, dass die Jungs am Wochenende gut spielen und sich kontinuierlich weiterentwickeln.
Folgende Wörter bzw. Sätze werden immer wieder mit dir in Verbindung gebracht: Mentalitätsmonster, Ansprechpartner, Vorbild, jener im Team, dem alle zuhören, wenn er in der Kabine spricht. Trifft das alles auf dich zu?
Es ist natürlich schön zu hören, wie andere Leute über dich sprechen. Das freut mich. Ich versuche einfach Tag für Tag, meinen Teil dazu beizutragen, dass das große Ganze erfolgreich ist.
Wir werden versuchen, von Anfang an eine gute Chemie innerhalb des Teams zu schaffen und bestmöglich in die Saison zu starten.
Torhüter Michael Langer
Welche Ziele möchtest du mit Schalke 04 in der bevorstehenden Saison unbedingt erreichen?
Innerhalb der Mannschaft haben wir einen sehr großen Umbruch, es kommen viele neue Spieler. Wir werden versuchen, von Anfang an eine gute Chemie innerhalb des Teams zu schaffen und bestmöglich in die Saison zu starten. Und dann sehen wir, was im Laufe der Saison herausschaut.
Du lebst seit etlichen Jahren in Deutschland, hast einige Auslandsaufenthalte absolviert, bist aber dennoch mit deiner Heimat Vorarlberg verwurzelt, kommst immer wieder nach Hause zu Besuch. Verfolgst du auch die heimischen Fußball-Ligen?
Selbstverständlich verfolge ich die österreichischen Fußball-Ligen. Es ist zwar nicht immer so einfach, die Spiele live zu verfolgen, aber die Ergebnisse sehe ich mir alle an und auch alte Weggefährten habe ich im Auge. Als Vorarlberger habe fiebere ich natürlich mit den Ländle-Teams mit.
Die Fußball-EM in Deutschland steht unmittelbar vor der Tür. Auch die österreichische Nationalmannschaft ist dabei. Für welche Mannschaft schlägt dein Herz mehr: die deutsche oder die österreichische?
Das ist klar: Meine Daumen sind für Österreich gedrückt, ich werde richtig mitfiebern – es sind ja auch einige Weggefährten dabei, etwa Michael Gregoritsch. Auch den Torwart-Trainer kenne ich ganz gut. Ich wünsche der Mannschaft wirklich alles Gute für die EM.
Und wer wird deiner Meinung nach Europameister?
Das ist natürlich schwer zu sagen. Ich hoffe, dass Österreich in ihrer Gruppe überraschen kann und so weit wie möglich kommt. Ich traue dem Team sehr viel zu.
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