Mit Stephan Zwierschitz und Christian Ramsebner gingen die Kapitäne von Admira und St. Pölten über Bord – das Ende lief für die beiden jedoch völlig unterschiedlich ab.
Mit seinen beiden Kindern an den Armen führte er die Mannschaft aufs Feld, bekam vom Klub eine Fotocollage überreicht, in der Kurve feierten ihn die Fans – der Abschied von Admiras Kapitän Stephan Zwierschitz am Montag im Zweitligaspiel gegen die Vienna war ein wahrlich würdiger. Nach insgesamt neun Jahren und 267 Partien für die Südstädter hörte der Defensivallrounder auf die Signale seines Körpers, beendet seine Profikarriere, macht schaumgebremst im Unterhaus als Spielertrainer in seiner Heimatgemeinde Sommerein weiter. „Je näher das Ende rückte, umso schwieriger wurde es“, denkt der 33-Jährige an die letzten Wochen zurück.
Beim Schlussakt konnte er die Tränen nicht verbergen, wanderten die Erinnerungen an Cup-Finale, Europa-League-Quali oder die legendären Siege gegen die Austria und Rapid im Happel-Oval noch einmal durch seinen Kopf. „Es war alles unglaublich emotional, die Admira ist einfach ein geiler Verein ...“
Letzteres wäre St. Pölten auch gerne, ist davon aber meilenweit entfernt. Auch beim SKN verabschiedet sich mit Christian Ramsebner der Kapitän, die Zeremonie verlief jedoch ganz anders. Nämlich gar nicht. Es gab nur kalte Ignoranz. „Ich habe selber entschieden, dass ich gehe.“ Sein Vertrag läuft mit Saisonende aus, der Klub hätte ihn nicht verlängert, gesagt hat dies dem Abwehrchef aber keiner. „Es ist ja auch niemand mehr da, der das hätte tun können“, spricht Ramsebner die chaotischen Zustände an der Traisen an. Vor drei Jahren kam der Oberösterreicher vom LASK, um den SKN wieder in die Bundesliga zu führen. „Im ersten Jahr fehlte die Qualität, im zweiten ging uns im Finish die Luft aus, im dritten waren wir als Team nicht gefestigt genug, um zu kaschieren, was sich rundherum abspielte.“
Am Samstag steigt die letzte Runde. Zwierschitz fehlt in Bregenz gesperrt, Ramsebner, der im Profigeschäft bleiben will, in Horn wegen einer Verletzung. Der Abschied ist vollzogen, der letzte Eindruck formt den Blick zurück . . .
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