Tierleid stoppen

EU-Wahl: Ende von Lebend-Transporten gefordert

Politik
19.05.2024 06:59

Transporte sind für Tiere eine furchtbare Qual. Immer mehr Länder verbieten diese. Australien sorgte als erstes Land mit einem Exportverbot von Schafen ab dem 1. Mai 2028 für weltweites Aufsehen. Nun zog Großbritannien nach: Die Regierung wird ein Verbot aller Lebend-Exporte zu Schlacht- oder Mastzwecken gesetzlich verankern. Tierschützer sehen die EU-Wahl als Chance für eine europaweite Initiative.

Die Europäische Union ist mit jährlich 1,5 Milliarden Geflügeltieren und über 51 Millionen Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen weiterhin der größte Lebendtier-Exporteur der Welt. Diese Tiere sind dabei zu Wasser wie zu Lande grausamen Bedingungen ausgesetzt: Knappheit an Nahrung und Wasser, extreme Temperaturen, hoher Stress, Infektionen und mangelnde Hygiene. Viele von ihnen überleben den Transport nicht.

Rumänien, Spanien und Portugal größte Exporteure
„Wir brauchen ein Ende dieser grausamen Exporte lebender Tiere nun auch auf europäischer Ebene“, sagt „Vier Pfoten“-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck im Gespräch mit der „Krone“. Milliarden von Tieren in der Europäischen Union leiden aufgrund von mangelndem Schutz und der Untätigkeit der EU, kritisiert sie. Die nächsten Europawahlen finden vom 6. bis 9. Juni statt und bieten die Chance, die Gesetze zu einem besseren Schutz von Nutztieren, beim Transport und bei der Schlachtung neu zu gestalten.

- Nach Geflügel sind Schafe die am häufigsten exportierten Tiere der EU.

- Fast alle Exporte dieser Tiere werden per Schiff verschickt.

- 96 Prozent davon in den Nahen Osten und nach Nordafrika.

- Rumänien, Spanien und Portugal sind dabei die wichtigsten Exporteure.

Tausende Tiere müssen notgeschlachtet werden
Im Jahr 2021 mussten Tausende Jungbullen notgeschlachtet werden, nachdem zwei Schiffe monatelang auf dem Mittelmeer festgesessen waren. Im selben Jahr mussten 18 mit lebenden Tieren beladene Schiffe wegen der Blockade des Suezkanals anhalten, sodass die Tiere noch länger unter den qualvollen Bedingungen leiden mussten. Diese Vorfälle sind nur die Spitze des Eisbergs, aber sie zeigen die Verstöße gegen den Tierschutz auf diesen Schiffen, die täglich die Europäische Union verlassen.

Die Blockade des Suezkanal 2021 führte weltweit zu Transport-Problemen. (Bild: APA/AFP/SUEZ CANAL AUTHORITY)
Die Blockade des Suezkanal 2021 führte weltweit zu Transport-Problemen.

„Wir fordern das EU-Parlament und die EU-Mitgliedstaaten auf, den Vorschlag der Europäischen Kommission zum Transport zu ändern und ein Verbot der Ausfuhr lebender Tiere und des Transports auf dem Seeweg vorzuschlagen. Der Export von lebenden Tieren muss durch den Transport von Fleisch und genetischem Material ersetzt werden. Wenn die EU weltweit führend im Tierschutz sein will, ist es jetzt an der Zeit, dem Beispiel Australiens und Großbritanniens zu folgen“, fordert Josef Pfabigan, Vorstandsvorsitzender von „Vier Pfoten“.

Druck aus dem EU-Parlament
Die Tierschützer haben zahlreiche Unterstützer in der Politik. Der rote Europaabgeordnete Günther Sidl kämpft ebenfalls für ein Aus von Tiertransporten. „Die EU muss dieses unnötige Tierleid beenden und die Weichen für mehr Regionalität stellen, indem Schlachttiere nur bis zum nächstgelegenen Schlachthof transportiert werden dürfen. Das ist der beste Weg, um Tierleid zu verhindern und die klimaschädlichen Transporte zu reduzieren“, sagt er im Gespräch mit der „Krone“.

Der Europaabgeordnete Günther Sidl (Bild: APA/SPÖ NÖ)
Der Europaabgeordnete Günther Sidl
ÖVP-Europamandatar Alexander Bernhuber (Bild: krone.tv)
ÖVP-Europamandatar Alexander Bernhuber

Auch der ÖVP-Mandatar und Landwirt Alexander Bernhuber setzt sich für „mehr Tierwohl und weniger Tiertransporte“ ein. „Vor allem Lebendtiertransporte von Schlachttieren mit dem Schiff um die halbe Welt gehören abgestellt. Das Ziel muss sein, regionale und nachhaltige Tierhaltung und der Landwirtschaft in Europa umfassend zum Durchbruch zu verhelfen. Wo Tiertransporte nicht zu vermeiden sind, müssen höchste Tierwohlstandards eingehalten werden“, fordert er im Gespräch mit der „Krone“.

Tiertransporte für Züchtung wichtig
Tiertransporte zum Zweck der Schlachtung in Drittstaaten ist in Österreich verboten. Der Export von Zuchtrindern sei allerdings wichtig, um Eigenversorgung mit Milch in Ländern wie Algerien zu ermöglichen, erklärt Bernhuber. „Das ist nicht nur wichtige Einkommensquelle für die Landwirtschaft in Österreich, sondern auch für die Bauer vor Ort eine Chance, um Einkommen zu erzielen.“

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