Ein Eyetracking-Symposium an der Uni Innsbruck brachte spannende Erkenntnisse zutage. In Studien wurden mit der Methode das Einkaufsverhalten manipuliert und der Ausgang eines Speed-Dating vorhergesagt.
Haben Sie schon einmal bei sich selbst beobachtet, wo ihr Blick in der „Krone“, auf krone.at oder in den Regalen im Supermarkt als Erstes hinfällt? Sogenanntes Eyetracking beschäftigt sich mit derartigen Fragen. In der wissenschaftlichen Methode wird verfolgt, wohin der Mensch mit seinen Augen schaut, während er Bilder, Videos oder seine Umwelt betrachtet. Konkret wird untersucht, welche Teile eines Bildes oder einer Szene die Aufmerksamkeit einer Person auf sich ziehen und wie lange sie dort verweilt.
Dieser enge oder breite Fokus wiederum wirkte sich auf das Blick- und somit Einkaufsverhalten der Testpersonen aus.
Mathias Streicher
Methode liefert Einblicke in menschliche Wahrnehmung
„Diese Methode wird verwendet, um Einblicke in die menschliche Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktion auf visuelle Reize zu gewinnen“, erklärt Alexandra Hoffmann vom Institut für Psychologie der Uni Innsbruck. Dort fand kürzlich das erste Symposium zum Thema Eyetracking statt. Expertinnen und Experten aus mehreren Fachbereichen trafen sich dabei.
Einkaufsverhalten von Testpersonen änderte sich
Über den Einsatz der Methode während des Einkaufens referierte Mathias Streicher. Bei der Untersuchung wurde der Aufmerksamkeitsfokus der Teilnehmenden vorab auf entweder eng oder breit manipuliert. „Dieser enge oder breite Fokus wiederum wirkte sich auf das Blick- und somit Einkaufsverhalten der Testpersonen aus“, erklärt er.
Spannend auch die Ergebnisse zweier Studien von Hoffmann.
Mithilfe des gleichzeitigen Blickkontakts konnte das Partnerwahl-Verhalten in einer Speeddating-Studie vorhergesagt werden.
Alexandra Hoffmann
Studie bei Speed-Dating mit spannendem Ergebnis
In diesen wurden mit den Eyetracking-Brillen die Blick- und Blinzeldynamiken zwischen zwei Personen analysiert und dienten als Verhaltensvorhersage. „Einerseits konnte mithilfe des gleichzeitigen Blickkontakts das Partnerwahl-Verhalten in einer Speeddating-Studie vorhergesagt werden, andererseits sagte die Synchronisierung der Blinzelfrequenz zweier virtuell zusammenarbeitender Personen deren gemeinsame Problemlösungskompetenz vorher“, verrät Expertin Alexandra Hoffmann.
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