Fr, 19. Oktober 2018

Star ein Betrüger?

03.10.2012 14:52

Karabatic beteuert vor Richter unter Tränen Unschuld

Für Handball-Weltstar Nikola Karabatic wird es nun im französischen Wett- und Manipulationsskandal ernst: Der zweifache Olympiasieger muss sich tatsächlich vor Gericht verantworten und darf zudem vorerst nicht mehr spielen. Als er den Ernst der Lage erkannte, brach Karabatic in Tränen aus. Aus Polizeikreisen sickerte zudem durch, dass bei der Abhörung von Telefonaten Spieler von "dickem Geld" gesprochen hätten, und davon, "das Spiel zu verlieren".

Anwalt Eric Dupond-Moretti verriet am Mittwoch, Karabatic habe nach der Einleitung des Strafverfahrens gegen ihn, sechs andere aktuelle oder frühere Spieler von Meister Montpellier sowie fünf weitere Personen vor dem Untersuchungsrichter geweint, als er am Dienstagabend im Justizpalast von Montpellier sagte: "Ich habe mein Leben seit meiner Geburt dem Handball gewidmet, mich für den Sport eingesetzt, wie vorher mein Vater."

Honrubia gestand Wetten bereits
Dem Beschluss des Richters zufolge darf Karabatic bis auf Weiteres weder seine Teamkollegen treffen noch offiziell spielen. Das gleiche Schicksal wie Karabatic, seinen Bruder Luka und den weiteren französischen Olympiasieger Samuel Honrubia trifft den Serben Mladen Bojinovic, die Slowenen Primoz Prost und Dragan Gajic sowie den Tunesier Issam Tej. Honrubia, nun für PSG aktiv, gestand zwar Wetten, versicherte aber, keinen Einfluss auf den Ausgang des Spieles genommen zu haben.

Insgesamt wurden am Dienstag Strafverfahren gegen 13 Personen eingeleitet, darunter die beiden Freundinnen der Karabatic-Brüder. Alle wurden nach der Richter-Entscheidung gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihnen drohen wegen Sportkorruption und Betruges bis zu fünf Jahre Haft und Geldstrafen von 75.000 Euro.

Dubioses Wettverhalten
Die Handballer stehen im Verdacht, in der vorigen Saison im MAHB-Trikot ein Meisterschaftsspiel absichtlich verloren zu haben. Ankläger Brice Robin gab bekannt, dass bei der Partie am 12. Mai zwischen Montpellier, das bereits als Meister festgestanden war, und dem abstiegsgefährdeten Cesson-Rennes HB (28:31) Wetten in Höhe von 87.880 Euro platziert worden waren - rund 40-mal so viel wie normal.

Der Großteil der Wetten sei in etwa um dieselbe Zeit abgeschlossen worden, 99,94 Prozent setzten dabei auf eine Halbzeitführung von Cesson-Sevigne. Karabatic und Honrubia waren in diesem Spiel zwar gar nicht im Einsatz, aber dennoch sollen sie Verwandten und Bekannten nach jüngsten Behördenangaben hohe Wettgewinne von insgesamt knapp 300.000 Euro ermöglicht haben.

"Habe ich gewettet? Nein, ich habe nicht gewettet"
Anwalt Dupond-Moretti hatte bereits am Dienstag gegenüber Journalisten ein Statement seines Mandanten gegenüber dem Richter vorgelesen: "Habe ich gewettet? Nein, ich habe nicht gewettet. Hat meine Freundin gewettet? Ja. Hat sie mich informiert? Ja." Seine Freundin habe das Team seit Jahren verfolgt und kenne die Liga sehr gut.

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