Iran-Angriff

Großbritannien half Israel bei seiner Verteidigung

Ausland
14.04.2024 21:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der iranische Angriff auf Israel in der Nacht auf Sonntag hat international Empörung und Sorge vor einer weiteren Eskalation der Lage in Nahost ausgelöst. Wie der britische Premierminister Rishi Sunak nun am Sonntag mitteilte, sei Großbritannien an der Verteidigung Israels gegen den Großangriff des Iran beteiligt gewesen. Die Außenminister Russlands und des Irans warnen unterdessen vor „neuen gefährlichen Provokationen“.

„Ich kann bestätigen, dass unsere Flugzeuge eine Reihe iranischer Angriffsdrohnen abgeschossen haben“, schilderte Sunak vor Journalisten an seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street.

Großbritannien arbeite mit seinen Verbündeten an der Deeskalation der Lage im Nahen Osten, fuhr der britische Premier fort. Für die Welt sei es nun wichtig, dass Menschen „mit einem kühlen Kopf“ die Oberhand behalten.

Der Iran hatte in der Nacht erstmals von seinem Territorium aus Israel direkt mit über 300 Drohnen und Raketen angegriffen. Israelischen Angaben zufolge wurden die Geschosse zu „99 Prozent“ abgefangen.

Der britische Verteidigungsminister Grant Shapps erklärte, britische Kampfflugzeuge hätten „mehrere vom Iran und seinen Stellvertretern gestartete Einweg-Angriffsdrohnen abgefangen und zerstört“. Die Drohnen hätten „eine Bedrohung für das Leben von Zivilisten“ dargestellt. Alle britischen Flugzeuge seien nach dem Einsatz „sicher“ an ihre Stützpunkte zurückgekehrt, schrieb Shapps im Onlinedienst X.

Russland und Iran warnen vor neuen Provokationen
„Wie festgestellt wurde, können eine weitere Eskalation der Situation in der Region und neue gefährliche provokative Handlungen zu einer Zunahme der Spannungen im Nahen Osten führen“, berichtete das russische Außenamt am Sonntag über den Inhalt des Telefonats der beiden Minister. Nach Meinung der Minister sollte sich vielmehr der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem Fall befassen. „Die Verhinderung solcher Szenarien und die Beseitigung ihrer Ursachen sollte Gegenstand der vorrangigen Aufmerksamkeit des UNO-Sicherheitsrates sein“, hieß es.

Hier werden Drohnen und Raketen über Israel abgefangen:

Teheran informierte USA im Vorhinein über Angriff
Laut eigenen Angaben informierte Teheran die USA im Vorhinein über seinen Angriff auf Israel. „Wir haben dem Weißen Haus in einer Botschaft mitgeteilt, dass unsere Einsätze begrenzt und minimal sein werden und nur auf die Bestrafung des israelischen Regimes abzielen“, sagte Amir-Abdollahian. Die Führung in Teheran hatte die Drohnen- und Raketenangriffe als Vergeltung für einen Angriff auf ein iranisches Konsulatsgebäude in Damaskus bezeichnet, bei dem am 1. April unter anderem zwei Generäle der iranischen Revolutionsgarden getötet worden waren.

EU spricht von „beispielloser Eskalation“
Die EU zeigte sich besorgt. „In dieser äußerst angespannten regionalen Situation kann eine erneute Eskalation in niemandes Interesse sein“, hieß es in einer vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell im Namen der 27 Mitgliedstaaten am Sonntag verbreiteten Erklärung. „Wir rufen alle Parteien auf, größte Zurückhaltung zu üben.“ Borrell berief zudem eine Dringlichkeitssitzung der EU-Außenminister für Dienstag ein. „Die EU verurteilt mit größter Entschiedenheit die iranischen Drohnen- und Raketenangriffe gegen Israel“, hieß es in der Erklärung weiter. „Es handelt sich um eine beispiellose Eskalation und eine Gefahr für die Sicherheit in der Region.“ Zugleich bekannte sich die EU laut der Erklärung zu ihrer „Verpflichtung für die Sicherheit Israels“.

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