Tadej Pogacar hängt am Poggio alle ab und gewinnt auch Mailand-Sanremo als gefeierter Solist – dieser Ausgang des ersten Radsport-Monuments der Saison am Samstag wäre keine Überraschung. Denn Pogacar beförderte sich durch seinen eindrucksvollen Erfolg auf den Strade Bianche vor zwei Wochen in die Favoritenrolle für den ersten der fünf großen Klassiker des Jahres. Der Slowene peilt beim mit 288 Kilometer längsten Saisonrennen seinen nächsten monumentalen Sieg an.
Im Vorjahr triumphierte er erstmals bei der Flandern- und zum dritten Mal bei der Lombardei-Rundfahrt. Auch Lüttich-Bastogne-Lüttich (2021) hat der in dreiwöchigen Rundfahrten und Eintagesrennen gleichermaßen erfolgreiche 25-Jährige bereits gewonnen. In Lüttich zog er sich im Vorjahr durch einen Sturz einen Kahnbeinbruch zu, der ihn auf dem Weg zum erhofften dritten Tour-de-France-Titel nachhaltig bremste. Mittlerweile ist er aber wieder auf der Höhe seines Schaffens und will heuer nach den Frühjahrs-Klassikern das Double aus Giro und Tour schaffen. „Ich habe mein ganzes Selbstvertrauen zurück, das ich letztes Jahr nach meinem Sturz verloren habe“, sagte Pogacar.
Auf der Zielgeraden hätte er schlechte Karten
Im Vorjahr musste der UAE-Kapitän in Sanremo im finalen Anstieg zum Poggio Mathieu van der Poel ziehen lassen. Der Weltmeister ist auch diesmal einer seiner wenigen ernsthaften Herausforderer, wenn es nach mehr als sechs Stunden und 260 Kilometern Anlauf in die Cipressa und den Poggio geht. Kann Pogacar bergauf jedoch keine Vorentscheidung herbeiführen und kommt es nach der letzten Abfahrt auf der Zielgeraden der Via Roma zu einem Sprint, hätte er gegen endschnellere Männer wie Van der Poel und Mads Pedersen (Lidl) schlechte Karten.
Michael Gogl kann seinen Alpecin-Teamkollegen Van der Poel in der Vorarbeit zum Finale nicht unterstützen, der Oberösterreicher fällt mit einer Knieblessur aus. Als einzige Österreicher sind bei der 115. Auflage der „Primavera“ Marco Haller und Patrick Gamper (beide Bora) am Start.
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