Pangl im Interview:

„Ich bin einer, der beim ÖFB Fragen stellen wird“

Fußball National
11.03.2024 09:00

Georg Pangl war von seiner Wahl sichtlich überwältigt: „Ich bin einer, der beim ÖFB Fragen stellen wird.“

Einen Tag nach der Wahl zum BFV-Präsidenten spricht Georg Pangl in der „Krone“ über Ziele und Beweggründe.  Der 58-Jährige löst Ex-Referee Günter Benkö als Burgenlands „Fußball-Boss“ ab.

Herr Präsident Georg Pangl–wie fühlt sich diese Anrede an?

Ganz ehrlich? Der Titel ist mir ziemlich wurscht, darauf lege ich keinen Wert. Aber der Präsident ist eben der, der den Vorstand bzw. den Verband führen darf und das will ich mit vollem Engagement tun.

Da warten viel ehrenamtliche Arbeit und wenig Freizeit–warum tut man sich das an?

Es ist so, wie ich immer betonte: Die Gespräche mit mehr als 140 Vereinsvertretern haben mir gezeigt, was sich die Funktionäre auf Gemeinde- bzw. Vereinsebene antun. Ich will genau das nun auf Landesebene machen, genauso wie sie für die Sache rennen und ihnen so etwas zurückgeben.

Familienmensch Georg Pangl mit seiner Ehefrau Sabine.
Familienmensch Georg Pangl mit seiner Ehefrau Sabine.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Ihre Frau Sabine war bei der Hauptversammlung an ihrer Seite–wie wichtig ist Ihnen die Familie bzw. inwieweit war sie in ihre Entscheidung zur Kandidatur eingebunden?

Die Familie ist das Allerwichtigste. Aber der Fußball war schon mit uns, als wir uns kennenlernten, da bin ich gerade beim ÖFB gewesen. Unsere Söhne sind jetzt 17 bzw. 19 und ebenfalls mit dem Fußball aufgewachsen.

Ihre Vita ist bekannt, war ja auch ein Wahlkampfthema. Was aber bringt dem BFV ihre Vergangenheit bei ÖFB, Bundesliga oder UEFA ?

Der Fußball ist überall gleich, was Struktur und Organisation betrifft. Und in aller Bescheidenheit: Wenn einer die Champions League organisieren kann, dann sollte er gemeinsam mit den Vereinen auch fähig sein, die Struktur im burgenländischen Fußball bis in die 2. Klassen mitzuformen. Natürlich in homöopathischen Dosen, wenn man so will–wissend, dass es hier um reinen Amateurismus geht.

Kritiker sagen, der Pangl wollte doch eh nur ins ÖFB-Präsidium?

Dort bin ich als Bundesliga-Vorstand mehr als 10 Jahre bei jeder Sitzung gesessen, das bräuchte ich wirklich nicht mehr. Aber künftig mache ich das sehr gerne, um das Beste für die 151 Vereine des Burgenlandes rauszuholen.

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Es gibt keinen Grund, dagegen zu arbeiten. Wir haben eine lange Liste mit Ansprüchen, da denke ich nicht daran, dass wir gespalten sein könnten.

BFV-Präsident Georg Pangl

Sie haben die geheime Wahl 85:78 gewonnen. Das heißt im Umkehrschluss, 78 stimmberechtigte Vereine oder Vorstandsmitglieder haben Sie nicht gewählt. Wie wollen Sie die, um es in Ihren Worten zu sagen, abholen?

Mit sachlicher und erfolgreicher Arbeit. Wir haben eine lange Liste mit Ansprüchen, da denke ich gar nicht daran, dass man da gespalten sein könnte, es geht ja ums Wohl der Vereine im Sinne des Fußballs.

Zur Wahl standen Georg Pangl und Dr. Alfred Kollar.
Zur Wahl standen Georg Pangl und Dr. Alfred Kollar.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Was werden Ihre ersten Schritte als Präsident sein?

Am Montag gibt es die erste Besprechung in der Geschäftsstelle, dann wird ein strukturiertes Programm festgelegt. Und dazu gibt es diese Woche in Bad Tatzmannsdorf noch ein Meeting der Geschäftsführer aller Landesverbände.

Es ist logisch, dass Sie sich erst einmal einen Überblick verschaffen, die Geschäfte von Günter Benkö übernommen werden müssen–aber was wird es vor allem an Aufgaben geben?

Hürden überwinden. Einzelne Bereiche aufzuzählen, würde jetzt zu sehr ins Detail gehen. Themen, wie die Reserven, die AKA oder auch eine Frauen-Landesliga sind sowieso bekannt.

149 der 151 stimmberechtigten Vereine kamen zur BFV-Hauptversammlung.
149 der 151 stimmberechtigten Vereine kamen zur BFV-Hauptversammlung.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Die ersten Worte gleich nach ihrer Wahl im Eisenstädter KUZ waren, dass man künftig dem ÖFB ein noch stabilerer Partner als bisher sein will, aber dass auch etwas zurückfließen muss–was meinten Sie damit konkret?

Ein einfaches Beispiel: Die EURO 2024 bringt dem ÖFB Millionen, nach Abzug der Kosten und des natürlich hohen Beitrags für die Bundesliga muss auch für die Landesverbände etwas rausspringen. Denn so wie der BFV für seine Vereine da ist, ist der ÖFB für seine Landesverbände da. Ich werde ganz sicher ein Präsident sein, der beim ÖFB auch Fragen stellen wird.

Pangl will ein BFV-Präsident für alle burgenländischen Vereine sein.
Pangl will ein BFV-Präsident für alle burgenländischen Vereine sein.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Themenwechsel: Am Freitag sahen Sie das Ostliga-Derby Neusiedl gegen Oberwart, das Gipfeltreffen des burgenländischen Fußball. Wie weit sind wir von einer 2. Liga entfernt?

Derzeit ein bisserl zu weit. Gerhard Horn in Oberwart zum Beispiel ist aber sehr motiviert und engagiert – es muss das gemeinsame Ziel sein, dass das Burgenland bald wieder zumindest in der 2. Liga vertreten ist, auch vom BFV und vom Land.

Wo sehen sie den Verband 2028 nach den ersten vier Jahren Präsident Pangl?

Dass alle Themen sachlich abgearbeitet wurden. Man wird es nie jedem Recht machen können und es wird ein wachsender Prozess mit neu dazu kommenden Aufgaben sein. Aber man wird sehen, dass sich etwas getan hat.

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