Weil er Videos bei Instagram gepostet hat, kurz nachdem sein Vater über die Gefahren des Smartphones gepredigt hatte, hat ein Sohn von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah im Libanon Verwunderung hervorgerufen. Mohammad Mahdi Nasrallah postete in dieser Woche erstmals zwei Videos auf einem bisher unscheinbaren Account. Eine Hisbollah-Sprecherin bestätigte die Echtheit des Accounts und der Videos.
Darin zeigt sich der seinem Vater deutlich ähnlich sehende Nasrallah-Sohn beim Studieren religiöser Texte und erklärt, was er mit dem Account eigentlich im Sinn hat. Er wolle auf einfache Weise religiöse und kulturelle Inhalte an ein junges Publikum vermitteln, sagte er. Das stieß ob der vorherigen Worte des Vaters bei vielen Libanesen auf Verblüffung.
Vergrabt es, legt es in eine eiserne Kiste und schließt es weg für eine Woche, zwei Wochen, einen Monat.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah geißelte kürzlich Smartphones bei einer Rede vor Anhängern als „Agenten“ Israels.
Dieser hatte erst vor wenigen Wochen anscheinend zu einer Handy-Abstinenz aufgerufen. „Vergrabt es, legt es in eine eiserne Kiste und schließt es weg für eine Woche, zwei Wochen, einen Monat“, hatte Hassan Nasrallah bei einer Rede im Februar die Hisbollah-Anhänger und -Kämpfer im Süden des Landes aufgefordert. Hintergrund ist, dass Israel nach Ansicht Nasrallahs Handys als „Agenten“ nutzt, um seine Gegner im Libanon auszuspionieren, zu orten und durch gezielte Luftschläge auszuschalten.
„Ihr fragt mich, wo ist der Agent. Ich sage euch, dass das Handy in eurer Hand, in den Händen eurer Frauen und Kinder der Agent ist“, so Nasrallah damals. Einen Widerspruch zu den Social-Media-Aktivitäten des Nasrallah-Sprösslings sah die Hisbollah-Sprecherin im Gespräch mit der dpa darin allerdings nicht. Die Botschaft sei vor allem an die Kämpfer gerichtet gewesen, nicht an die Allgemeinbevölkerung, erklärte sie.
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