Im schon Jahrzehnte schwelenden Steuerstreit mit Italiens Fiskus haben die Erben von Argentiniens Fußball-Idol Diego Armando Maradona einen Etappensieg errungen. Das Oberste Gericht in Rom hat den Antrag der Kinder des 2020 verstorbenen Starstürmers auf Neuaufrollung eines Prozesses wegen Steuerhinterziehung angenommen, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ am Freitag.
Dabei geht es um einen Betrag von 37 Millionen Euro, den Maradona dem italienischen Fiskus schuldete. Der ursprünglich strittige Betrag sei laut den Erben ganz vom SSC Napoli im Rahmen einer Steueramnestie 2003 gezahlt worden, der Rest der Summe sei auf Zahlungsverzug zurückzuführen.
Das Oberste Gericht beschloss, dass der neue Prozess vor einem Gericht in Neapel beginnen soll. Sollte es zu einem für den Fiskus günstigen Urteil kommen, werden die Erben Maradonas, darunter ein in Neapel lebender Sohn, die Steuerschulden zahlen müssen. Sollte es dagegen zu einem Freispruch kommen, können die Erben des früheren Weltklasse-Kickers eine Entschädigung verlangen.
Nach Ansicht von Italiens Finanzbehörden hat Maradona während seines Engagements in Neapel von 1984 bis 1991 zu wenig Steuern abgeführt. In verschiedenen Gerichtsverfahren war der 2020 gestorbene Argentinier vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen worden. Dennoch hatte die Finanzpolizei bei mehreren Italien-Reisen des einstigen Superstars wertvolle Uhren und Schmuckgegenstände gepfändet.
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