Der Medienkonzern Axel Springer sollte seine Beschäftigten nach Ansicht der Gewerkschaft DJV am Umsatz aus dem Vertrag mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI angemessen beteiligen. Eine faire Verteilung der Erlöse aus dem Nutzungsvertrag der Partnerschaft rund um Künstliche Intelligenz (KI) sei wichtig, erklärte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV). Springer hatte im Dezember als erstes Medienunternehmen eine vertragliche Beziehung mit OpenAI angekündigt.
Für die Nutzung redaktioneller Inhalte von Springer-Medien - wie „Politico“, „Business Insider“ sowie „Bild“ und „Welt“ - für die Programmierung von ChatGPT erhält der Berliner Konzern Geld. Dabei soll jährlich ein zweistelliger Millionenbetrag fließen, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person.
„Was sich Springer jetzt versilbern lässt, sind die geistigen Werke seiner Urheberinnen und Urheber“, betonte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Aus den KI-Erlösen müssten angemessene Anteile bei den Springer-Journalisten ankommen. „Voraussetzung dafür ist, dass (Springer-Chef) Mathias Döpfner Zahlen nennt.“ Von Springer war zunächst kein Kommentar zu erhalten.
2024 wird „transformatives Jahr“
Konzern-Chef und Großaktionär Döpfner hat den KI-Deal als großen Erfolg bezeichnet. Entscheidend sei „nämlich, dass wir für die Nutzung unseres geistigen Eigentums bezahlt werden“, sagte der Manager jüngst in einem internen Podcast. Mit Blick auf die schwierige Marktlage 2023 wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs in puncto Energiekrise und Inflation sagte Döpfner: „Wir haben unsere Umsatzziele ein wenig verfehlt. Bei der Profitabilität haben wir überperformt.“ Für das neue Jahr gab sich Döpfner zuversichtlich: „Ich glaube, dass das Jahr ‘24 insgesamt ein weiteres transformatives Jahr sein wird, das uns auf die nächste Entwicklungsstufe bringen wird, um das führende KI-gestützte Medienunternehmen zu werden.“
Mit dem Markteintritt von ChatGPT vor gut einem Jahr hat OpenAI, an dem der US-Softwarekonzern Microsoft maßgeblich beteiligt ist, den Hype um sogenannte Generative KI losgetreten. Diese Programme können auf Grundlagen weniger Stichworte komplette Texte erstellen, neigen aber auch zum „Halluzinieren“. Damit bezeichnen Experten die Eigenheit der Software, Fakten frei zu erfinden.
Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.