Di, 16. Oktober 2018

Rapid im Aufwind

22.03.2012 11:00

Peter Schöttels Sorgenkinder als Schlüssel zum Sieg

Deni Alar war bei Rapid über Kurzeinsätze nicht hinausgekommen, hatte dabei meist auch noch im ungeliebten Mittelfeld herumkrebsen müssen. Boris Prokopic hatte den Hütteldorfer Rübenacker, genannt Spielfeld, ebenfalls hauptsächlich vom Aufwärm-Höscherl her gekannt - ebenso wie Christian Thonhofer. Und Lukas Grozurek hatte erst ein Profi-Spiel in den Beinen. Bis zum Mittwoch. Da stachen die (ehemaligen) Problemkinder von Trainer Peter Schöttel endlich. Und erwiesen sich beim 3:0-Heimsieg gegen Kapfenberg als Schlüssel zum Erfolg.

Zumindest Prokopic und Thonhofer, der rechts in Viererkette für viel Druck nach vorne sorgte, hatten ihre Einsätze Verletzungen von Spielern zu verdanken, die ansonsten wohl gesetzt gewesen wären: Außenverteidiger Michael Schimpelsberger gab wegen Problemen im Adduktorenbereich w.o., Flügelflitzer Christopher Trimmel zog sich überhaupt erst beim Aufwärmen eine Zerrung zu.

Schöttel: "Hatte keinen Platz für Prokopic"
Erst wenige Minuten vor Spielbeginn erfuhr Prokopic, dass er von Beginn an ran musste. Dafür löste er, der nach einer Brutalo-Grätsche von hinten mit Gelb "belohnt" wurde, die Aufgabe auf der rechten Außenbahn gut. Und holte sich ein Sonderlob von Trainer Peter Schöttel ab. "Boris hat mir gezeigt, dass ich mich zu 100 Prozent auf ihn verlassen kann. Denn die Situation war zuletzt für ihn alles andere als befriedigend. Wir haben ihm zwar immer gesagt, dass er ein wichtiger Teil des Kaders war, aber ich habe in der Mannschaft keinen Platz für ihn gefunden. Umso mehr freut es mich, dass er seine Sache gut gemacht hat", strahlte Schöttel nach dem Spiel, das er als "überraschend gut" bezeichnete. Nicht zuletzt deswegen, "weil Kapfenberg nicht gemauert und wirklich probiert hat, Fußball zu spielen".

Schwache erste Halbzeit
Von "gut" konnte aber nur in Halbzeit zwei die Rede sein. Denn in den ersten 45 Minuten war alles wie immer bei Rapid: kaum Offensiv-Power, wenig Kreativität, dafür viele Fehlpässe. Bis Schöttel-Problemboy Nummer zwei, Alar, der zuvor schon zwei gute Kopfballmöglichkeiten ausgelassen hatte, praktisch mit dem Pausenpfiff auf 1:0 stellte und ganz Hütteldorf erlöste. "Nobody" Grozurek hatte mit einem super Antritt drei Kapfenberger stehen lassen, den Ball an die Stange bugsiert - Alar stand dort, wo ein Knipser stehen muss, und staubte zum 1:0 ab.

Alar: "Spiele am liebsten im Sturm"
Dem Ex-Kapfenberger fiel ein Stein vom Herzen. Auch weil er endlich dort spielen durfte, wo er es am liebsten tut: ganz vorne, als echte Spitze. "Das habe ich ja auch bei Kapfenberg immer gespielt, also fühle ich mich dort auch am wohlsten", meinte der 22-Jährige nach der Partie.

Dass er künftig nur noch an vorderster Front stürmen wird, wollte ihm Schöttel jedoch nicht zugestehen. "Deni funktioniert auch sehr gut im Mittelfeld. Er kann durchaus auch den tödlichen Pass spielen. Ich werde mir genau anschauen, wo ich ihn am besten brauchen kann."

Wenn es nach Alar selbst geht, dann im Sturm. Ein zweites schlagendes Argument lieferte er gegen Kapfenberg in Minute 60, als er nach einer - für Rapid im Früjahr völlig untypischen - flüssigen Kombination über Prokopic, Hofmann, Grozurek und Katzer auf 2:0 stellte, wenn auch aus klarer Abseits-Position. Alar war's "wurscht", wie er den Dutzenden Journalisten, die sich um ihn rissen, versicherte: "Hauptsache, ich habe wieder getroffen. Das bringt sicher Selbstvertrauen."

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