Alpine warf Teamchef Otmar Szafnauer überraschend raus. Dieser teilte jetzt gegen sein Ex-Team mächtig aus und erläuterte die Hintergründe der Trennung. „Sie alle agieren wie eine Marine und wir müssen Piraten sein, um zu gewinnen“, kritisierte der 59-Jährige die Machtverhältnisse beim französischen Rennstall.
Seinen Posten musste Szafnauer nach dem GP von Belgien vor der Sommerpause freimachen. Zuvor war bereits CEO Laurent Rossi rausgeschmissen worden. Erst im vergangenen Jahr war Szafnauer von Aston Martin zu Alpine gewechselt. Ein Projekt, wo er laut seiner Aussagen von Beginn an auf viel Widerstand stieß. „Die Muttergesellschaft wollte in vielen Bereichen des Rennstalls die Kontrolle haben“, verrät er im Gespräch mit „SiriusXM“. „Mehr als ich jemals zuvor gesehen habe.“
„Und raten Sie mal, wer gewinnen wird?“
Vor allem die Bereiche Marketing, HR, Finanzen und Kommunikation seien alle nicht ihm, sondern „jemandem in der größeren Organisation“ unterstellt worden. „Und sie alle agieren wie eine Marine und wir müssen Piraten sein, um zu gewinnen“, so Szafnauer. Das sei bei Top-Teams wie Red Bull oder Mercedes anders. „Und raten Sie mal, wer gewinnen wird? Red Bull. Wenn man es so betrachtet, ist es sehr, sehr einfach zu verstehen.“
Denn: „Wenn man jemanden anheuert und innerhalb eines Tages einen Vertrag abschließen muss, weil wir das in der Formel 1 so machen, kann man sich nicht zwei Wochen Zeit lassen.“
Unrealistische Ziele
Im Formel-1-Zirkus gilt der 59-Jährige als „alter Hase“. Die unrealistischen Ziele von Alpine waren laut ihm der Hauptgrund für die Trennung. „So funktioniert es leider nicht. Ich habe darauf hingewiesen, dass es Zeit braucht und dass es einen Prozess gibt, der notwendig ist. Und da ich 34 Jahre lang im Rennsport tätig bin, davon 26 Jahre in der Formel 1, denke ich, dass ich mit einer gewissen Erfahrung spreche, wenn ich sage: ‘Das ist es, was man braucht, um ein Team umzukrempeln.‘ Aber sie wollten es schneller machen, als es möglich ist“, verrät der Ex-Teamchef weiter.
Was Szafnauers Pläne nach dem Rausschmiss sind, teilte er nicht mit. Es wird aber wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis ein Rennstall wieder auf der Suche nach einem erfahrenen Teamchef ist ...
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