Mo, 18. Juni 2018

Schlag in Österreich

26.09.2011 13:22

Anonymous macht Daten von 25.000 Polizisten publik

Neuer Schlag von Anonymous in Österreich: Nachdem es der heimische Ableger des international tätigen Hackerkollektivs zuletzt auf die Websites von SPÖ, FPÖ und Grünen abgesehen hatte, ist nun die Exekutive ins Visier geraten. Über Twitter veröffentlichte AnonAustria am Montag rund 25.000 Datensätze von österreichischen Polizisten.

Exakt 24.938 Datensätze der österreichischen Polizei - darunter Namen, Adressen und Geburtsdaten - veröffentlichten die Hacker über ihren Twitter-Account. Seitens AnonAustria heißt es über Twitter, dass die Daten der Gruppe zugespielt wurden: "Sagen wir mal, sie wurden uns zugänglich gemacht." Man selbst habe nie von einem "Hack" gesprochen.

Mit ihrer Aktion richten sich die Hacker offenbar gegen die von der Regierung beschlossene Vorratsdatenspeicherung, die mit April nächsten Jahres in Kraft treten soll. Diese sieht vor, dass sämtliche Telefon- und Internetverbindungsdaten für sechs Monate gespeichert werden, um der Polizei gegebenenfalls zu Fahndungszwecken zur Verfügung zu stehen. "Es hat doch niemand was zu verbergen, oder?", kommentierte AnonAustria hämisch.

Daten von polizeinahem Verein?
Laut dem Innenministerium stammen die Daten von einem polizeinahen Verein. "Wir ermitteln auf Hochtouren", sagte eine Sprecherin Montagmittag. Das Innenressort selbst sei von der Offenlegung der Datensätze nicht betroffen.

Kritik von FPÖ
Kritik kam umgehend von der FPÖ. Als "unglaublichen Skandal" bezeichnete der stellvertretende Vorsitzende des Datenschutzrates und Bundesvorsitzende der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher, Werner Herbert, die Veröffentlichung der Daten. "Egal, ob die Gruppe Anonymous durch einen Internet-Angriff oder - wie von ihr selbst behauptet - aus internen Kreisen des Innenministeriums in den Besitz dieser Daten gekommen ist: Dieser Skandal muss umgehend und umfassend aufgearbeitet werden. Die Schuldigen müssen zur Rechenschaft gezogen werden", forderte Herbert. Die Veröffentlichung lasse für die Vorratsdatenspeicherung Schlimmstes befürchten.

Auch Parteien schon im Visier
Anonymous und der Splittergruppe LulzSec werden Aktionen gegen PayPal, Sony und andere Unternehmen vorgehalten. Auch die Rechner des US-Geheimdienstes CIA und anderer Sicherheitsbehörden sollen von ihnen angegriffen worden sein. In Österreich sorgte das Kollektiv Anfang Juli für Schlagzeilen, als Mitglieder des heimischen Ablegers AnonAustria die Websites von SPÖ, FPÖ und Grünen kaperten und kurzzeitig lahmlegten.

Die Polizei, das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sowie das Bundeskriminalamt hatten sich daraufhin eingeschaltet. Erst vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft Wien bekannt gegeben, diesbezüglich nun nicht mehr allgemein, sondern gegen konkrete Personen zu ermitteln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.