„Krone“ auf Streife

Unterwegs mit Wiens Einbrecher-Jägern

Wien
20.12.2022 06:00

Schnell bricht die Dämmerung über Mauer herein, und doch ist es erst Nachmittag. In dem idyllischen Bezirksteil von Wien-Liesing ist ohnehin nie besonders viel los, zu dieser Zeit wirkt er beinahe ausgestorben. Einfamilienhäuser mit Gärten reihen sich an kleine, offene Siedlungen - das bevorzugte Revier der Dämmerungseinbrecher.

Und diese sind nach einer zweijährigen Corona-Pause im großen Stil zurück! Die Zahl der Einbrüche ist in Wien in den vergangenen Wochen spürbar angestiegen. Das weiß niemand besser als Chefinspektor Werner König und sein 20-köpfiges Team. Die Truppe der EGS (Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität) hat sich der Jagd auf die Einbrecher-Banden verschrieben – und nahm die „Krone“ mit auf Streife.

Fakten

  • Die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) ist 20 Jahre „alt“.
  • Sie besteht aus vier Gruppen zu je 20 Beamten (in Zivil). Zwei sind für den Drogenhandel, die anderen beiden für Eigentumsdelikte zuständig - seit ihrer Gründung gab es 25.000 Festnahmen.

Weitläufige Randgebiete stark betroffen
Auf den ersten Blick ist es ein ungleiches Duell: Die Kriminellen – sie stammen meist aus Georgien, der Slowakei und Serbien – reisen unerkannt ein und können ein beachtliches Feld beackern: Von Dämmerungseinbrüchen sind vor allen die weitläufigen Randgebiete der Stadt betroffen, von Mauer bis Oberlaa, von Essling bis in die noblen Grätzel von Währing und Döbling.

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Die Täter agieren meist in 3er-Gruppen, verstehen ihr kriminelles Handwerk, und sie sind extrem vorsichtig. Das bedeutet, dass wir uns vor einem Zugriff oft in Geduld üben müssen.

Werner König, EGS-Gruppenführer

„Lange Recherche nötig“
Den Tätern stehen insgesamt 40 Spezialisten der EGS in zwei Gruppen gegenüber. Einen Einbrecher also aus purem Zufall zu ertappen, wäre wie ein 6er im Lotto. Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung: „Um ein mögliches Zielgebiet einschätzen zu können, bedarf es langer Recherche“, erklärt König, bevor es ins „Feld“ geht.

(Bild: Krone KREATIV)

Die Tätergruppen schlagen meist über mehrere Wochen hinweg im selben Gebiet zu, grasen es praktisch ab. Sie bevorzugen Häuser oder Wohnungen, die über ungesicherte Terrassen- bzw. Balkontüren leicht geknackt werden können. Und die dunkel sind.

Geduld und Erfahrung
„Licht ist der beste Schutz gegen Dämmerungseinbrecher“, weiß König. Neben akribischer Vorbereitung sind Geduld und Erfahrung die effektivsten Waffen der Einbrecher-Jäger. Und so lauern sie beinahe unsichtbar in den Grätzeln. Bis die Falle zuschnappt.

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