Schauplatz Uni

Hörsaalbesetzungen: Die einen gehen, andere kommen

Wien
12.12.2022 11:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während die einen abziehen wollen, haben andere einen neuen Hörsaal besetzt. Seit Montagvormittag haben Studenten das Audimax an der TU Wien in Beschlag genommen. Der Grund: die fast einmonatige Schließung der Uni ab Mitte Dezember aufgrund von Sparmaßnahmen.

Bereits im November war die rund einmonatige Schließung der Uni von Mitte Dezember bis Mitte Jänner in Aussicht gestellt worden. „Wir können in dieser akuten Krisensituation nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, hatte TU-Rektorin Sabine Seidler damals gewarnt. Mit einer temporären Schließung von Mitte Dezember bis Mitte Jänner könnte man Energie, aber vor allem Kosten sparen und so einen Beitrag zur Problemlösung leisten.

Uni in finanzieller Bedrängnis
Die hohe Inflation, steigende Energiepreise und bevorstehende Lohnerhöhungen der Mitarbeiter hatte die Uni in arge Bedrängnis gebracht. Diese Schließung würden die Besetzer und Besetzerinnen „als ein Zeichen fehlender Verantwortung seitens der Bundesregierung und des Rektorats“ sehen, heißt es in einer Aussendung. „Studierenden wird die Möglichkeit genommen, sich auf Prüfungen vorzubereiten, Semesterarbeiten zu finalisieren oder Labore, Werkstätten und Bibliotheken dafür zu nutzen“, wird kritisiert.

Kritik geübt wird allerdings auch daran, dass „gesellschaftlich relevante Themen wie Queer-Feminismus, Klimakrise sowie Ethik“, wenig bis gar nicht in den Studienplänen vertreten seien. Den Studienbetrieb einschränken wollen die Besetzer jedoch nicht: Man wolle keine Prüfungen blockieren, diese würden weiterhin stattfinden, hieß es.

Besetzung auch an Uni Graz
An der Uni Graz und der Technischen Universität (TU) Wien ging es am Montag ebenfalls mit einer Besetzung los. In Graz will man „Solidarität“ mit anderen Aktivistinnen und Aktivisten in Österreich und international zeigen. Auch hier werden etwa verpflichtende Lehrveranstaltungen zum Klimaschutz für alle Studierenden gefordert.

„Die Aktion ist zeitlich befristet und setzt ein wichtiges Signal an das Rektorat, unsere Forderungen umzusetzen“, so Alina Koller, Sprecherin von „Erde brennt Graz“. „Sollten Gespräche und Verhandlungen ins Leere laufen, wird sich die Universität auf ein protest- und aktionsreiches Jahr 2023 einstellen müssen.“

Besetzer ziehen ab - und demonstrieren
Andernorts will man am Montag hingegen die Besetzung eines Hörsaales beenden. 
Die Klimaaktivisten der Gruppe „Erde brennt“ wollen am Abend die Besetzung des Hörsaals C1 an der Universität Wien beenden. Anschließend soll demonstriert werden, um „die Politik an ihre Pflichten“ zu erinnern, wurde angekündigt. Dem Rektorat warf man zuletzt vor, nur „Scheinlösungen“ anzubieten. In der letzten Woche sei außerdem die Heizung abgedreht und die Klimaanlage eingeschaltet worden, hieß es in einer Aussendung.

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