IKG-Chef warnt:

Rosenkranz ist „brauner Wolf im blauen Schafspelz“

Politik
03.10.2022 19:31

Bundespräsident Alexander Van der Bellen besuchte am Montag neben dem Wiener Großmarkt auch den Campus der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Wien. Der wahlwerbende Staatschef mahnte bei dieser Gelegenheit die möglichst rasche Umsetzung von Maßnahmen gegen Antisemitismus ein. „Leider ist der grassierende Antisemitismus in Österreich noch nicht überwunden - im Gegenteil. Auch im laufenden Wahlkampf kommt es zu antisemitischen Äußerungen, etwa in den sozialen Medien.“ Während Van der Bellen keine konkreten Angaben machte, nannte IKG-Präsident Oskar Deutsch den „braunen Wolf im blauen Schafspelz“ beim Namen.

Auf seiner Facebookseite übte der Kultusgemeinde-Chef heftige Kritik an FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz. Dieser verharmlose die Nazi-Verbrechen seiner Gesinnungskameraden, den Deutschnationalen. „Darauf kann es nur eine Antwort geben: Eine Stimme für Alexander Van der Bellen.“

Deutsch nahm damit Bezug darauf, dass Rosenkranz in einem Beitrag für den 2009 erschienenen Sammelband „150 Jahre Burschenschaften in Österreich“ in einer Auflistung von „Burschenschaftern als Leistungsträger“ zwischen 1918 und 1938 auch Männer mit explizit nationalsozialistischer Gesinnung genannt hatte.

Deutsch: „Rosenkranz sollte als Volksanwalt zurücktreten“
Rosenkranz sei nicht nur ungeeignet für das Präsidentenamt, „er sollte als Volksanwalt zurücktreten“, forderte der 59-Jährige. Den gemeinsam mit Van der Bellen gepflanzten Apfelbaum im Hof des Elternheims Maimonides-Zentrum bezeichnete der IKG-Chef als Symbol für die tiefen Wurzeln jüdischen Lebens in Wien und Österreich. Deutsch meinte zum Urnengang am Sonntag: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass er (Van der Bellen, Anm.) wiedergewählt wird.“

Schützenhilfe für Van der Bellen aus der ÖVP
Schützenhilfe für Van der Bellen kam zuletzt auch aus der ÖVP. Am Wochenende sprachen sich sowohl Tirols Landeshauptmann Günther Platter als auch Klubobmann Jakob Wolf für den ehemaligen Grünen-Chef aus.

Verfassungsministerin Karoline Edtstadler bekundete in der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag ihre Unterstützung für den Amtsinhaber. Van der Bellen stünde für die Kontinuität, die es jetzt brauche, sagte sie.

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