Zittern ums Gas

Bewahren uns Tempolimits vor einem kalten Winter?

Ausland
25.07.2022 10:23

Der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat am Montag wieder einmal vor dem kommenden Winter gewarnt und ein düsteres Bild gezeichnet. Er rief zum sofortigen Handeln auf, um den Gasverbrauch zu senken und brachte dabei auch niedrigere Tempolimits ins Spiel.

„Leider wird meine Bewertung der Lage mit Blick auf den Winter täglich pessimistischer, denn selbst die alternativen Gaslieferungen können die Ausfälle nicht wettmachen, um Europas Gasspeicher zu füllen“, so IEA-Chef Birol im „Ö1“-Morgenjournal.

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Leider wird meine Bewertung der Lage mit Blick auf den Winter täglich pessimistischer, denn selbst die alternativen Gaslieferungen können die Ausfälle nicht wettmachen, um Europas Gasspeicher zu füllen.

IEA-Chef Birol

Warnung vor drastischen Folgen
Den Gasverbrauch freiwillig zu senken, so wie es die EU-Kommission zuletzt vorgeschlagen hatte, sieht der Energieexperte als guten Schritt, aber 15 Prozent werden seiner Ansicht nach nicht reichen. Es müsse unverzüglich gewaltig gespart werden, andernfalls würden Europa in diesem Winter drastische Folgen drohen: „Die Regierungen werden das Gas abdrehen und rationieren müssen, die Industrie könnte nur zu einer bestimmten Zeit Gas bekommen, Warmwasser für Haushalte könnte beschränkt werden, der Gasverbrauch in Europa könnte zugeteilt werden“, so der Ausblick des IEA-Chefs auf die kalte Jahreszeit.

Sparen durch Tempolimits
Seiner Ansicht nach könne das allerdings verhindert werden - und zwar mit niedrigeren Tempolimits: „Bei geringerer Geschwindigkeit wird gespart - Erdöl, Emissionen und Geld“, so Birol gegenüber Ö1. Das Tempolimit sollte um mindestens 10 km/h reduziert werden - und zwar in ganz Europa.

Kohlekraftwerke und AKWs noch beibehalten
Energiepreisdeckel sollten dagegen nur sparsam eingesetzt werden, Energiekonzerne dafür stärker besteuert werden, denn deren Profite haben sich vervielfacht, wie der IEA-Chef weiter ausführte. Außerdem ist es derzeit sinnvoll auf Kohlekraftwerke zu setzen, auch der AKW-Ausstiegt sollte verschoben werden. Langfristig gelte das Hauptaugenmerk aber natürlich der erneuerbaren Energie, wie der Experte abschließend festhielt.

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