
Die aktuelle Konjunkturumfrage der Vorarlberger Industriellenvereinigung verheißt nichts Gutes: Die meisten Unternehmen blicken sehr pessimistisch in die Zukunft.
Der sogenannte Geschäftsklimaindex der Vorarlberger Industrie - also der Mittelwert der Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage und jener in sechs Monaten - ist gewissermaßen das Stimmungsbarometer der Ländle-Wirtschaft. Die aktuelle Umfrage gibt nur wenig Anlass zur Freude. Mit einem Wert von +14,70 Prozentpunkten liegt der Geschäftsklimaindex derzeit so tief wie zuletzt 2012 (mit Ausnahme der außerordentlichen Situation zu Beginn der Corona-Pandemie).
Die nüchterne Analyse von IVV-Präsident Martin Ohneberg: „Der jüngste Aufschwung nach dem ersten Schock der Corona-Pandemie ist somit abrupt beendet.“ Die zahlreichen Brandherde - die Inflation, die hohen Rohstoffkosten, die Lieferkettenproblematik, die Energiekrise, der Krieg in der Ukraine sowie eine drohende Corona-Herbstwelle - ergeben in Summe eine toxische Mixtur. Aktuell bewerten immerhin noch 65 Prozent der befragten Unternehmen die Geschäftslage als „gut“, die Geschäftslage in sechs Monaten wird allerdings nur mehr von vier Prozent als „gut“ eingeschätzt.
Der enorme Kostendruck schmälert die Ertragslage der Vorarlberger Industrie massiv. Andererseits spüren die Unternehmen auch eine deutliche Abkühlung der Auftragslage.
IV-Präsident Martin Ohneberg
Unternehmen unter Druck
Für Ohneberg ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag an die Politik. Vor allem in Sachen Energiesicherheit brauche es neben einem „Masterplan Gas“ dringend auch eine langfristige Strategie: „Seit rund einem Jahr ist der Energiepreis zunehmend gestiegen, Gas kostet mittlerweile am Spotmarkt das Vierfache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das setzt gerade energieintensive Unternehmen unter Druck. Dazu kommen nun aber Vorbereitungen für den Fall von Gasengpässen.“
Sorgen bereitet ihm auch die anstehende Herbstlohnrunde. Diese dürfe nicht zu einem Grabenkampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verkommen - „angesichts der gewaltigen Herausforderungen brauchen wir einen Abschluss mit Hausverstand, ganz ohne Inszenierung und Drohgebärden.“















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