27.06.2022 07:00 |

Der Wolf ist zurück

Heuer wurden in Kärnten schon 117 Schafe gerissen

Der Wolf in Kärnten lässt niemanden kalt: Während die einen sich über seine Rückkehr freuen, verfallen andere in Angst und Panik. Für viele Bauern geht es um ihre Existenz. 

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„Mein Kind hat Angst vorm Wolf und will von der Schule abgeholt werden, weil es sich auf dem Heimweg unsicher fühlt“, erzählt eine Mölltaler Mutter. Sie selbst hat sich Bärenspray im Internet bestellt, wie er in den einsamen und verlassenen Regionen Alaskas zur Abwehr von Bären und Wölfen verwendet wird. Auch Lehrer sind in Oberkärnten in Sorge. Sie informieren sich bei Jägern, ob Wandertage, wie sie gerne zum Schulschluss veranstaltet werden, gefahrlos abgehalten werden können, ohne damit rechnen zu müssen, vom Wolf attackiert zu werden.

Und die Landwirtschaftskammer legt jetzt noch einen drauf. Sie beabsichtigt, eigene Warntafeln mit dem Hinweis „Vorsicht Wolf“ (siehe Foto oben) zu verteilen. „Wir werden nicht zulassen, dass die Almbauern neben den Rissschäden auch noch das Zusatzrisiko tragen sollen, das aufgescheuchte Nutztierherden möglicherweise für Almbesucher darstellen. Man denke nur an das Kuhurteil“, so Bauernpräsident Siegfried Huber. Mit dem Warnhinweis an Wanderer zielen die Bauern auch gleichzeitig in Richtung der heimischen Touristiker, die sich bisher auffällig ruhig verhalten.

Dass der Wolf derartig polarisiert, dürfte wohl auch daran liegen, dass es im Land niemanden gibt, der sich wirklich mit dem Räuber auskennt und den Betroffenen adäquate Lösungen anbieten kann. Kein Wunder, also, dass der Wolf vor allem in ländlichen Regionen niemanden kalt lässt. Laut Roman Kirnbauer, dem Wolfsbeauftragten des Landes, haben heuer - wie er bei einer Infoveranstaltung in Mallnitz kürzlich mitteilte - Wölfe nachweislich bereits 117 Schafe im Mölltal, Drautal und Gailtal gerissen. Vor allem die Landespolitik ist jetzt gefordert, die Bevölkerung ehrlich zu informieren.

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