31.05.2022 06:52 |

Gruppe motiviert

Endlich rauchfrei: Wie „Seilschaften“ dabei helfen

45.000 Tirolerinnen und Tiroler haben im Vorjahr erfolglos versucht, dem Glimmstängel zu entsagen. Geht das Aufhören leichter in der Gruppe? Ja, sagt die Suchthilfe Tirol und vergleicht es mit einer Berg-Seilschaft auf dem Weg zum Gipfel.

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„Es ist wie bei einer Bergtour. In der Gruppe entsteht ein Sog Richtung Gipfel. Die Teilnehmer sind eine Seilschaft. Sie motivieren sich gegenseitig und erreichen so auch beschwerliche Gipfel leichter.“ Petra Unterberger, Leiterin der Rauchfrei-Kurse des Vereins Suchthilfe Tirol, hat einen passenden Vergleich parat: „Am Anfang erscheint den meisten das Aufhören wie ein Mount Everest. Viele stellen dann erleichtert fest, dass es mehr ein Patscherkofel und damit ein machbares Ziel ist.“

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Am Anfang erscheint den meisten das Aufhören wie ein Mount Everest.

Petra Unterberger, Leiterin der Rauchfrei-Kurse des Vereins Suchthilfe Tirol

Mehr als 600 Teilnehmer bisher erfolgreich
„Mehr als 600 Frauen und Männer haben seit dem Start der Rauchfrei-Kurse vor fünf Jahren an den Gruppentreffen erfolgreich teilgenommen“, wie Sportpsychologe Stefan Öhler betont. Erfolgreich heißt aber nicht automatisch abstinent für immer. Öhler: „Wir wissen, dass dieses langfristige Ziel nur etwa zehn Prozent jener schaffen, die sich das Rauchen ohne Hilfe abgewöhnen möchten.“ 45.000 Tirolerinnen und Tiroler haben es im Vorjahr nicht geschafft. „In unseren Kursen sind es zumindest 30 Prozent, die längerfristig standhaft bleiben“, stellt Öhler dem gegenüber.

Rauch-Karenz bewirkt im Körper einiges
Christian Haring, Obmann der Suchthilfe Tirol, räumt ein, dass der Patscherkofel vielleicht mehrmals für einen langfristigen Erfolg bezwungen werden müsse: „Aber jeder Versuch bewirkt Positives.“ Dazu liefert der Mediziner Martin Widschwendter Daten: „Rauchen ist ein zentraler Risikofaktor für viele Erkrankungen. Wir sehen aber auch, dass eine Rauch-Karenz im Körper einiges bewirkt. Wir vermuten, dass ein kompletter und langfristiger Rauch-Stopp bei den meisten zu einer weitgehenden Normalisierung der Zell-Software führt. Damit reduziert sich das Risiko für rauch-bedingte Erkrankungen deutlich.“

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Jeder Versuch bewirkt Positives.

Christian Haring, Obmann der Suchthilfe Tirol

Noch freie Plätze in den nächsten Rauchfrei-Kursen
Noch gibt es freie Plätze in den Rauchfrei-Kursen im Juni und August. Sie stehen Versicherten der Österreichischen Gesundheitskasse und der Beamtenkasse offen. Diese zahlen nur einen kleinen Selbstbehalt. Teil des Programms ist auch eine Sport- und Ernährungsberatung.

Informationen unter: www.bin-rauchfrei.tirol

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