Ernst Hausleitner

Red Bull Racing: „Die besten Partys meines Lebens“

Formel 1
23.05.2022 13:39

ORF-Kommentator Ernst Hausleitner, bei der Formel 1 (Sonntag, 14.25 Uhr, live auf sportkrone.at) in Monaco live dabei, spricht über das Geschehen rund um „seinen“ Motorsport.

„Krone“:Ernst, nach Barcelona wirst du nächsten Sonntag auch wieder live von der Formel 1 berichten, was ja längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist!
Ernst Hausleiter: Ja, leider! Weil sich der ORF mittlerweile die Rechte mit ServusTV teilt, übertragen wir nur fünfzig Prozent der Rennen live vom Ort des Geschehens. Die anderen fünfzig Prozent sitzen Alex und ich in der Kommentatorenkabine in Wien. Wir kommentieren’s natürlich auch live, aber es wird vom ORF erst abends zeitversetzt ausgestrahlt. Dazu kommt, dass man natürlich vor Ort viel mehr an Atmosphäre und an Rundum-Geschehen mitbekommt.

(Bild: Foto LUI/ privat)

Gerade Monaco hat ja eine besondere Strahlkraft!
Ja, durch die enorme fahrerische Leistung auf diesem Kurs und durch den Glamourfaktor - das macht’s aus!

Also das Rahmenprogramm lässt in Monaco nicht zu wünschen übrig - ist das dein favorisierter Austragungsort?
Nicht unbedingt, weil das Gewurl so enorm ist und das Arbeiten dadurch erschwert. Du kannst nicht wie bei anderen Rennstrecken mit dem Auto hinfahren, weil natürlich auch unglaublich viel abgesperrt ist. Wir sind in Monaco daher immer mit Motorrollern unterwegs.

Hast du auch schon den Fürsten kennengelernt?
Ja, mit Albert hab ich einmal Kontakt gehabt, als wir mit einer Handvoll ausgewählter Reporter mit einem Boot rausgefahren sind. Außerdem ist er ja auch immer beim traditionellen Fußballspiel dabei, bei dem jeweils ein Fahrerteam gegen eine Mannschaft von prominenten monegassischen Sportlern spielt.

Was ist dein Lieblings-Austragungsort?
Von der Atmosphäre ist das Melbourne, weil die Australier einen sehr gechillten, relaxten Zugang zur Formel 1 haben. Von der Streckenführung ist es Suzuka in Japan. Für mich der beste Grand Prix! Eine sehr spannende Strecke mit einigen Mutpassagen - so dürfte man heute gar nicht mehr bauen. Aber hier kommt das fahrerische Können am meisten zum Tragen. Allerdings mussten wir hier auch einmal einen tödlichen Unfall kommentieren. 2015 war das, ein junger Franzose, der gegen einen Bergungskran gefahren ist, da ein anderer Fahrer von der Strecke gerutscht war. Ich krieg heute noch die Gänsehaut, wenn ich dran denk. Das ist so beklemmend - wie schilderst du das, was da passiert ist. Mittlerweile wird zumindest nicht mehr draufgehalten - es wird sofort weggeschwenkt. Das hat sich vermenschlicht.

Du siehst ja auch nicht mehr als die Zuseher vorm Schirm: Welche Zusatzinformationen kannst du in so einem Fall liefern?
Während ich kommentiere, schau ich ständig auf Twitter. Da werden zum Teil Fotos von Zuschauern von der Tribüne gemacht, und ich seh Bilder, die die TV-Kameras nicht haben. Und diese Twitter-Community wird immer größer!

Was die TV-Seher natürlich auch nicht miterleben, sind die exklusiven Partys rund um die Formel 1!
Das hat sich aber, seit ich dabei bin - also seit 2004 -, sehr verändert: Seit 2005 ist ja Red Bull Racing dabei, und die waren zunächst einmal eine ganz große Party-Belebung. Kein anderes Team hat da mithalten können! 2005 in Melbourne haben sie eine Werft gemietet, und Pink hat gesungen! In Bahrain haben sie eine ganze Insel gemietet! In Schanghai haben sie sogar eine eigene Partystadt aus Holz gebaut - das alles für nur eine Nacht! Diese Partys haben mir auch meinen Start sehr erleichtert, weil ich so viele Persönlichkeiten aus dem Rennzirkus kennengelernt hab. Aber überhaupt war’s großartig! Nie werd ich diese Partys vergessen! Aber Red Bull hat sich irgendwann die Frage gestellt: Wollen wir Party-Weltmeister oder Formel-1-Weltmeister werden … und diese Wahnsinns-Partys haben sich aufgehört.Außerdem bin ich älter geworden - das ist erledigt. Aber wenn ich mich erinnere, dann ist schon ein bissl Wehmut dabei!

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(Bild: KMM)



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