Neue Technologien

Voestalpine: Eine Milliarde für „grünen“ Stahl

Steiermark
27.04.2022 17:04

Die Stahlproduktion in Donawitz soll „grüner“ werden. Die Voestalpine forscht in einer Pilotanlage an einem neuen Verfahren mit Wasserstoffplasma. Das Projekt ist Teil einer großen Strategie, durch die das Unternehmen bis 2050 emissionsfrei werden will. In den nächsten Jahren fließen gigantische Beträge in die Forschung. Das soll langfristig auch die Arbeitsplätze in der Steiermark sichern.

Es ist eines der Vorzeigeprojekte der Voestalpine: In der Pilotanlage „SuSteel“ in Donawitz wird bei der Erzeugung von Rohstahl völlig auf fossile Brennstoffe verzichtet. Stattdessen kommt in den komplexen Prozessen Wasserstoffplasma zur Anwendung. Aus den Schloten der Anlage entweicht somit nur reiner Wasserdampf.

voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner sprach am Mittwoch in Donawitz von einem „Leuchtturmprojekt“ seines Konzerns. Die neue Technologie wurde gemeinsam mit dem Metallurgischen Kompetenzzentrum K1-MET und der Montanuniversität Leoben entwickelt. Die Projektkosten in Höhe von 5,6 Millionen Euro werden zur Hälfte von der Österreichischen Forschungsfördergesellschaft (FFG) übernommen.

Daten und Fakten

  • Die voestalpine unterhält in 50 Ländern insgesamt 500 Standorte und beschäftigt weltweit 48.700 Mitarbeiter.  
  • Der Umsatz des Unternehmens betrug zuletzt 11,3 Milliarden Euro. In Österreich sind u.a. die Stahlwerke in Linz und Donawitz im Besitz des Konzerns.  
  • An diesen beiden Standorten will man im Zuge der Initiative „greentec steel“ ab 2027 den CO2-Ausstoß um 30 Prozent senken, ab 2050 soll eine emissionsfreie Stahlproduktion möglich sein. Die voestalpine nimmt dafür eine Milliarde Euro in die Hand.  
  • Teil dieser Investition ist auch die Pilotanlage „SuSteel“, die ab 2023 in den Regelbetrieb gehen soll.

Ab 2023 soll die Anlage rund eine Tonne Rohstahl pro Tag herstellen, noch läuft vorerst der Probebetrieb. Das Projekt ist Teil der Gesamtstrategie „greentec steel“, die Wasserstoff vermehrt in die Stahlproduktion einbinden soll. Der Konzern plant, die bestehenden Anlagen in Linz und Donawitz mittelfristig in Hybridstahlwerke umzuwandeln. Bestehende Hochofenrouten sollen Elektrolichtbogenöfen weichen.

Mehr Geld für Forschung
„Wir haben damit einen klaren Plan vorgelegt, in dem wir Hochöfen durch Elektro-Stahltechnologie ersetzen. Sobald dieses Projekt in Betrieb geht, erwarten wir in Folge eine Senkung des CO₂-Ausstoßes von rund 30 Prozent“, sagte Eibensteiner in Donawitz.

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Diese neuen Technologien werden helfen, die Arbeitsplätze hier für die Zukunft nachhaltig abzusichern.

Voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner

Bis 2050 soll die Stahlproduktion komplett emissionsfrei ablaufen. Die Steirer erhöhen zu diesem Zweck ihr jährliches Forschungsbudget auf 180 Millionen Euro. Insgesamt wird in das Konzept der Hybridstahlwerke in Österreich eine Milliarde investiert.

„Diese neuen Technologien werden helfen, die Arbeitsplätze hier für die Zukunft nachhaltig abzusichern“, versprach Eibensteiner.

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