Die Reschenroute

Die 2000 Jahre alte Historie des „bösen Weges“

Tirol
07.02.2022 17:00

Die Route über den Reschen hat, beginnend mit der Via Claudia Augusta, eine bewegte 2000 Jahre alte Geschichte. Die Ausstellung „Der böse Weg“ im Imster „Ballhausmuseum“ zeigt bis 26. März auf vier Stockwerken in einer aufwändigen Inszenierung die Bedeutung, aber auch die Probleme der Nord-Süd-Verbindung.

An den sogenannten Rod-stätten mussten früher Handelsreisende verpflichtend über Nacht ihre Warenballen ab- und im Ball(en)haus einlagern. Seit Freitag ist treffend im Museum im „Ballhaus“ in Imst nach Hunderten Jahren bis zum 26. März erneut etwas „eingelagert“: Eine sehenswerte Ausstellung über jene bedeutende Verkehrsader, die oft im Schatten des Alpenüberganges Brenner steht: die 2000 Jahre alte Reschenroute. „Der böse Weg“ heißt die Wanderausstellung, wie der landesfürstliche Hofbaumeister Jörg Kölderer die wichtige Nord-Süd-Verbindung 1524 vernichtend bezeichnet hat.

15 Module nehmen das gesamte Museum ein
„Die Reschenroute verband als europäische Verkehrsader in ihrer Verlängerung die Nordsee mit dem Mittelmeer“, erläutert Kuratorin Sylvia Mader während ihrer Führung, historische Requisiten, Urkunden und Skulpturen erklärend. Die Wanderausstellung mit ihren 15 Modulen vereinnahmt das gesamte Museumsgebäude. In einzelnen Kapiteln erzählt sie etwa über „Eine 2000 Jahre alte Verbindung“ oder erklärt, „Warum einer eine Reise tut“ und, dass der Alpenpass „Keine Barriere für die Kunst“ ist. Der Handelsaustausch war epochal bedeutend, doch auch negative Aspekte der Alpentransversale werden thematisiert, denn „Die Pest kommt mit den Reisenden“, als sich 1348 der „Schwarze Tod“ entlang der Transitroute ausbreitete.

Der Traum Reschenbahn wurde nie realisiert
Also doch „böse“? Mitnichten! Venedig war das Tor zum Orienthandel und alle exotischen Waren fanden den Weg über den Reschen. Und es wäre auch noch die Bahn gekommen! Bereits 1836 kam die Idee auf, Venedig mit Bregenz auf Schienen zu verbinden, in Tösens sollte ein großer Bahnhof entstehen. Und bald darauf sinnierte man über die Gleisverbindung über den Fernpass. Doch Finstermünzbahn, Vinschgaubahn und Reschenscheideckbahn wurden nie gebaut, es blieb bei den Plänen, die die Ausstellung im Original zeigt. Böse? Bestenfalls ein böses Erwachen für jene, die von dieser außergewöhnlichen Inszenierung im „Ballhaus“ von anderen erzählt bekommen und selbst nicht hingehen.

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