18.01.2022 13:07 |

„Brutale“ Schlepper

Karner in Ungarn: Situation an Grenze „dramatisch“

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat am Dienstag in Budapest mit seinem ungarischen Amtskollegen Sandor Pinter die Kooperation beim Außengrenzschutz besprochen. Bezüglich der Schüsse eines Schleppers auf Bundesheersoldaten sprach Karner von einer „dramatischen Situation“: „Die Schleppermafia wird immer brutaler.“ Er kündigte „zusätzliche Schwerpunktaktionen“ gegen Schlepperei an.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Die Beamten müssten „noch konsequenter“ vorgehen, „um die Strukturen zu zerschlagen“. Pinter sandte seinerseits eine „Botschaft“ an den flüchtigen Täter, laut Polizeiangaben ein 26-jähriger Moldawier: „Wir wissen, wer er ist, und wir werden ihn fassen.“

Einsatz soll aufgestockt werden

Im Anschluss an das Treffen der Minister in Budapest besuchte Karner gemeinsam mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) das Polizeikooperationszentrum am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Nickelsdorf. In Ungarn sind derzeit nach Angaben des Innenministeriums 35 Exekutivbeamte aus Österreich im bilateralen Einsatz. Karner hatte erst in der vergangenen Woche 18 österreichische Beamte ins Einsatzgebiet verabschiedet. In den nächsten Monaten soll das Kontingent auf 50 Beamte aufgestockt werden. Schwerpunkt der Kooperation ist die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität, insbesondere der Schlepperei, an den Grenzen Ungarns zu Serbien und Rumänien.

Das Kooperationszentrum koordiniert die Streifen und Einsätze im Burgenland sowie dem angrenzenden nordwestungarischen Komitat Györ-Moson-Sopron, in Zusammenarbeit mit dem südwestlichen Komitat Vas. Hier arbeiten die österreichische und ungarische Polizei auch mit dem Bundesheer zusammen.

20.000 Aufgriffe im Vorjahr
In dieser Grenzregion hatte es im Vorjahr rund 20.000 Aufgriffe illegaler Migranten gegeben, das entspricht rund der Hälfte der Aufgriffe an österreichischen Grenzen, erläuterte Gerald Tatzgern, Leiter der Abteilung für Schleppereibekämpfung im Bundeskriminalamt. Man sehe eine ständige Änderung der Strategie und Vorgangsweise der Schlepper, etwa dass sie versuchten, sich der Anhaltung durch die Sicherheitskräfte zu entziehen oder sich zwischen den Migranten zu verstecken. Man beobachte auch Accounts in sozialen Medien, die für die Organisation von Schlepperei verwendet würden - derzeit seien das europaweit etwa 700 - und bemühe sich um deren Schließung, sagte Tatzgern weiter.

An der Grenzstation Nickelsdorf zeichnet Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Dienstagnachmittag jene vier Bundesheersoldaten aus, auf die am Montag beim Grenzübergang Bildein (Bezirk Güssing/Burgenland) durch den Schlepper geschossen wurde. Die Soldaten blieben unverletzt. Nach Angaben des Innenministeriums ist nach wie vor unklar, ob es sich um scharfe Munition oder um eine Schreckschusswaffe gehandelt hatte.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 26. Mai 2022
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)