14.01.2022 09:11 |

Belastungsgrenze naht

GECKO: PCR-Tests für jeden bald nur noch in Wien

Im Laufe der Corona-Pandemie haben sich PCR-Tests als die zuverlässigste Methode zur Erkennung einer Infektion herausgestellt. Omikron bringt das Testsystem jedoch bereits derart an die Belastungsgrenze, dass nicht mehr gewährleistet werden kann, dass ein solcher Test auch wirklich überall durchgeführt werden kann, erklärte Thomas Starlinger von der GECKO-Krisenkoordination. Eine Ausnahme stellt hier einmal mehr die Bundeshauptstadt dar - hier werden die Kapazitäten sogar weiter aufgestockt.

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Antigen-Testungen gelten in der Pandemiebekämpfung zwar auch als wichtiger Baustein, um Infektionen zu erkennen, viele solcher Tests erkennen aber selbst hochpositive Proben nicht. Dennoch müsse die Teststrategie im Land der Situation angepasst werden, wie Starlinger am Donnerstag in der ORF-„ZiB Nacht“ ausführte.

Schwerpunktsetzung notwendig
Außerhalb von Wien, wo man für die entsprechenden Kapazitäten gesorgt hatte, stoße man in manchen Regionen bei den PCR-Tests an die Belastungsgrenzen, sagte Starlinger. Dort wird man gezwungen sein, Schwerpunkte zu setzen - und zwar im Pflegebereich, den Schulen und der kritischen Versorgung. Und bevor man gar nicht testet, müsse man auch Antigen-Tests einsetzen, die dann maximal zwölf Stunden gültig sind, so Starlinger.

Virus nicht berechenbar?
Dies sei die Reaktion auf die Dynamik eines Virus, das nicht berechenbar war. Man müsse aus der derzeitigen Situation die Lektionen lernen und - das sei u.a. seine Aufgabe innerhalb von GECKO - die entsprechenden Testsysteme aufbauen, damit man nicht mehr in eine Situation komme, wie wir sie jetzt sehen. Der Aufbau neuer Testkapazitäten würde, „wenn sie es sehr sportlich betreiben“, acht bis zwölf Wochen in Anspruch nehmen, meinte der Experte.

Was PCR- und Antigen-Tests betrifft, stimme man sich in GECKO sehr genau ab. Und man werde die entsprechenden Empfehlungen an die Bundesregierung weitergeben.

Popper: „Versäumnisse der Politik“
Nur wenig Verständnis für die mangelnde Vorbereitung auf die Omikron-Welle kam zuletzt vom Simulationsforscher Niki Popper. Der starke Anstieg der Infektionszahlen sei bereits Ende 2021 prognostiziert worden, erklärte er in der „Kleinen Zeitung“. „Wenn ich bei dieser Welle genau wie vor der letzten höre, dass die Infrastruktur erst aufgebaut werden muss, können Sie sich ausmalen, was ich mir denke“, äußerte der Forscher durchaus scharfe Kritik an der Politik.

Wien stockt Kapazitäten massiv auf
Mit Blick auf die Omikron-Welle hat die Stadt Wien angekündigt, die Kapazitäten an PCR-Tests sogar noch weiter auszubauen. Möglich macht das ein zusätzliches Labor und ein Logistikstandort. Ab nun sollen dort auch Tests aus Wiener Volks- und Sonderschulen sowie Proben aus Salzburger PCR-Teststraßen, Apotheken in Niederösterreich oder aus oberösterreichischen Unternehmen ausgewertet werden, die ebenfalls „Alles gurgelt!“ anbieten.

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