13.01.2022 13:45 |

Ministerium prüft

Fehlerhaft, zu spät: Pannen bei Schul-PCR-Tests

Der Umstieg auf einen neuen Anbieter beim PCR-Testprogramm an den Schulen sorgt seit Ende der Weihnachtsferien für gravierende Probleme. Zahlreiche Testergebnisse würden zu spät, unvollständig oder fehlerhaft übermittelt - allein in Niederösterreich fehlten am Donnerstag noch 40.000. Zudem gebe es eine „nicht nachvollziehbar niedrige Zahl“ an Positivfällen. Das Bildungsministerium prüft rechtliche Schritte, die Schulen setzen - abgesehen von Wien - nun auf tägliche Antigen-Tests.

Im Bildungsministerium reagiert man gegenüber der APA ungewöhnlich scharf auf die Technikprobleme: Die Leistungsanforderungen vonseiten der Bietergemeinschaft seien in der ersten Woche der Schultests nicht erfüllt worden. Dem Ministerium sei „eine nicht nachvollziehbar niedrige Zahl von positiven Fällen“ gemeldet, den Schulen seien Daten „zu spät, fehlerhaft und unvollständig“ übermittelt worden. Das Ressort habe eine Qualitätsprüfung in Auftrag gegeben. Außerdem prüfe man rechtliche Schritte gegen die Bietergemeinschaft.

Behebung möglicherweise erst nächste Woche
Die ARGE für molekulare Diagnostik, die nach einer Neuausschreibung in acht Bundesländern außer Wien für die Tests zuständig ist, räumte gegenüber der APA technische Schwierigkeiten bei der Auswertung der Ergebnisse (insbesondere bei der Zuordnung und Auswertung in der Datenbank) ein. Es werde bereits seit Mittwoch intensiv an der Lösung der Probleme gearbeitet, mit der Behebung sei „innerhalb der nächsten Tage zu rechnen“, betonte Franz Öller, Geschäftsführer der Bietergemeinschaft, in einer Stellungnahme zunächst, bevor er später von „im Verlauf der nächsten Woche“ sprach.

Beim Anbieter keine Ahnung, wie viele Tests betroffen sind
Bei der ARGE konnte man aufgrund der Datenbankprobleme nicht einmal sagen, wie viele Tests betroffen sind. Allein in Niederösterreich waren nach Informationen der „Krone“ am Donnerstag rund 40.000 Ergebnisse - also ein Fünftel der gesamten Tests - ausständig. Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister sprach von einem „inakzeptablen Zustand“ und sagte, viele Tests seien nicht abgeholt und nicht ausgewertet worden.

In den „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichtet eine Direktorin von einem „kompletten PCR-Test-Chaos“. So seien etwa Testergebnisse an die falschen Schulen versendet worden. Laut Bildungsdirektion hätten zudem mehrere Schulen falsch negative Ergebnisse erhalten. Laut „Standard“ soll es in Niederösterreich Tausende „Irrläufer“ gegeben haben - unter anderem hätten Personen Testergebnisse erhalten, obwohl sie ihre Tests noch gar nicht abgegeben haben.

Schulen setzen wieder auf Antigentests
„Dieses Ausmaß von Anlaufschwierigkeiten ist nicht hinnehmbar und muss so schnell wie möglich korrigiert werden“, so die Landesrätin. Es gebe aber jedenfalls genug Vorrat, um bis dahin jeden Tag in den Schulen Antigentests durchzuführen. Dies wird nun nämlich gemacht, um dennoch die Sicherheit an den Schulen zu gewährleisten. Außerdem tragen die Kinder weiterhin durchgehend Maske, so das Ministerium, das an die Schüler appelliert, am Wochenende nach Möglichkeit einen PCR-Test durchzuführen.

Neuer Anbieter in acht Bundesländern, in Wien gurgelt weiter alles
Seit der Neuausschreibung wertet die ARGE (Procomcure Biotech GmbH & Hygienikum GmbH & Confidence DNA-Analysen GmbH & Tauernkliniken GmbHmit Sitz in Bergheim/Salzburg) die Tests aus. Bis zu den Weihnachtsferien hatten in Niederösterreich und Oberösterreich sowie an den Wiener Volksschulen die Covid Fighters die Schul-PCR-Tests durchgeführt. In den übrigen Bundesländern war Novogenia zuständig gewesen. Bei den älteren Wiener Schülern war bereits vorher „Alles gurgelt“ von Lifebrain zum Einsatz gekommen, nun wickelt diese Firma auch die Wiener Volksschulen ab.

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