26.12.2021 06:00 |

Alle Jahre wieder

Weihnachten als Frohes Fest für die Müllberge

O du holde Müllzeit! Mit Liebe eingehüllt, neugierig geöffnet, aber dann oft achtlos entsorgt. Alle Jahre wieder fallen - zur Sorge von Greenpeace - ganze Gebirge an Abfällen an.

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Christbaum, Geschenke, Dekoration, üppiges Weihnachtsessen und dann noch eine reich gedeckte Silvestertafel – jetzt fällt in Österreich deutlich mehr Müll an als im Jahresdurchschnitt. Diese Expertenmeinung ist auch vom Laien an übervollen Containern mit bloßem Auge erkennbar.

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Weihnachten und Silvester müssen nicht zum Fest der Müllberge werden. Die Feiertage lassen sich klimafröhlich gestalten.

Greenpeace-Expertin Lisa Panhuber

Größte Sorgenkinder der Abfallentsorger: Die enormen Mengen an Verpackungen wie etwa Versandkartons. Hier nur eine erschreckende Zahl zur Verdeutlichung der Flut: Im Jahr 2020 hatte die Post durch den Lockdown 40 Prozent mehr Pakete zugestellt als im Jahr davor - an Spitzentagen waren es eine Million pro Tag. Rund 139 Millionen wurden von Händlern an Privathaushalte verschickt. Nimmt man eine mittlere Packerlhöhe von 20 Zentimetern her, würden die Boxen - aneinander gestapelt - um die Hälfte des Äquators reichen.

Eine zusätzliche Mahlzeit landet in der Mülltonne
Doch da ist auch die – eigentlich moralisch bedenkliche – Sache mit den Bergen an Lebensmitteln, die weggeschmissen werden, als wären sie bloß feuchte Fetzen oder anderer minderwertiger Abfall. Der Restmüll besteht durchschnittlich zu 16 Prozent aus meist noch problemlos genießbarer Nahrung. Da dieser Wurst-, Gemüse- oder Gebäckberg zu Weihnachten um mindestens zehn Prozent steigt, befürchten die Umweltschützer von Greenpeace aufgrund von Berechnungen, dass mindestens eine zusätzliche (Fest-)Mahlzeit pro Österreicher im Müll landet.

Doch gerade die Verschwendung von tierischen Produkten bewirkt einen enormen CO2-Fußabdruck. Für ein Kilogramm Rindfleisch fallen rund 15 Kilo CO2-Äquivalent an. Für den gleichen Kohlendioxid-Verbrauch könnte man die Strecke von Wien nach Berlin hin und retour mit der Bahn zurücklegen.

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Leider hat auch die Verschwendung von Lebensmitteln rund um Weihnachten Hochsaison. Zu vieles landet im Müll.

Hannes Royer („Land schafft Leben“)

800 Euro Ausgaben für nie konsumierte Speisen
Aufs Jahr gerechnet, verlieren österreichische Haushalte im Schnitt 800 Euro, die sie für Lebensmittel ausgeben, aber dann nicht konsumieren. „Land schafft Leben“-Bauer Hannes Royer empfiehlt für alle noch folgenden Feiertage und darüber hinaus ein exaktes kulinarisches Durchplanen.

Laut Greenpeace-Aktivistin Lisa Panhuber lohnt es sich auch, nach speziellen Rezepten zu suchen: „Mit den Restzutaten können so meist noch köstliche Speisen zubereitet werden. Und falls doch etwas übrig bleibt, gilt es Lebensmittel richtig zu lagern oder haltbar zu machen.“ Österreichs offizieller Öko-Bischof Alois Schwarz: „Maß zu halten ist Christenpflicht.“

Mark Perry
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