Fleisch, Bier, ...

Wegen Lockdown: Das werfen Wirte in den Müll

Kurzfristig angekündigte Lockdowns sorgen für eine gigantische Vernichtung von Nahrungsmitteln in der Gastronomie. Hier ist der Auszug einer Liste aus einem Wiener Bierlokal.

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Die Vorratskammern waren reich gefüllt, auch schon in Hinblick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiern, als der Lockdown am 22. November den Wirten einen Strich durch die Rechnung machte und sie auf das beste Geschäft im Jahr verzichten mussten. Das bedeutet, dass viele Lebensmittel auf dem Müll bzw. in der Biotonne landen, weil sie einfach ablaufen. Finanzielle Hilfe für Unternehmen hin und her, das jeweils kurzfristig angekündigte Zusperren führt zu einer gigantischen Vernichtung von Nahrungsmitteln.

Heinz Pollischansky etwa betreibt neun von mehr als 7500 Gastro-Betrieben in der Bundeshauptstadt. Allein in einem einzigen Restaurant seiner Centimeter-Lokale muss regelmäßig Frischware entsorgt werden.

Ein Auszug des Wareneinkaufs, der es leider nicht in die Münder der Gäste schaffte:

  • 150 Kilo Erdäpfel-Produkte vom Erdäpfelsalat bis zu den Pommes
  • 15 Kilo Weißkraut
  • 12 Kilo Gurken
  • 16 Kilo Zitronen

Die Liste geht weiter:

  • 90 Kilo Faschiertes für die beliebten Burger
  • 45 Kilo Spare Ribs
  • 24 Kilo Hühnerschnitzel
  • 33 Kilo Chicken Wings
  • 34 Kilo Schweinsschnitzel und Koteletts

„Das ist besonders schade, da Tiere sterben und ihr Fleisch dann einfach weggeworfen wird“, meint Heinz Pollischansky. Er wünscht sich bei der Verkündigung von Lockdowns mehr Spielraum für eine bessere Planbarkeit.

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Das ist besonders schade, da Tiere sterben und ihr Fleisch einfach weggeworfen wird.

Heinz Polischansky, Wirt in Wien

Nicht nur Frischfleisch, Obst und Gemüse wird regelmäßig aussortiert, auch bei den Getränken wurde der Hahn abgedreht. „Jedes angeschlagene Fassl musste weg“, erklärt der Wirt.

So gingen zum Beispiel 130 Liter Gerstensaft vom Budweiser über das Hausbier bis zum Weißbier den Bach hinunter. Und selbst Alkoholfreies in der Flasche wie Mineralwasser hat seine Mindesthaltbarkeit überschritten und kann keinem Gast mehr vorgesetzt werden. Einzelne Aktionen gegen Verschwendung, wie sie etwa der Samariterbund anbietet, sind zwar gut gemeint, stoßen aber oft auf ihre logistischen Grenzen.

Martina Münzer-Greier
Martina Münzer-Greier
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