17.12.2021 10:45 |

Attraktivität fehlt

„Die Pflegesituation ist dramatisch“

In der Sache waren sich der „Aktuellen Stunde“ am Donnerstag des Vorarlberger Landtags alle fünf Parteien einig: In Spitälern und Altenheimen herrscht ein akuter Personalmangel. Attraktivere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und bessere Ausbildungsmöglichkeiten sind gefragt.

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Elke Zimmermann ist Pflegerin und mag ihren Beruf. „Ich würde diesen jederzeit wieder ergreifen. Von dankbaren Patienten bekommt man sehr viel zurück.“ Für die SPÖ sitzt die 48-Jährige seit 2019 im Landtag. In der „Aktuellen Stunde“ berichtete sie vom Alltag in den Spitälern, von erfahrenen Ärzten und Pflegern, die unter Tränen vom verlorenen Kampf um einen Coronapatienten erzählen, von Corona-Leugnern, die Spitäler angreifen. All das habe natürlich nicht dazu beigetragen, den Beruf attraktiver zu machen.

Nicht nur Corona ist schuld
Und dennoch: „Die Coronakrise ist nicht der Hauptgrund für die Misere“, sagt die Sozialdemokratin. Schon eine Studie aus dem Jahr 2017 hätte gezeigt, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung ändert und dass der Personalbedarf steigt. „Geschehen ist nichts. Der Personalschlüssel bei den Spitalsbetten ist weiter unter dem Österreichschnitt. Der Sparkurs bei der Pflege rächt sich“, wetterte Zimmermann. Ins gleiche Horn stießen auch Hubert Kinz (FPÖ) und Johannes Gasser (NEOS). Letzterer verwies darauf, dass 182 Vorarlberger auf einen Pflegeplatz in einem Heim warten, aber aufgrund fehlenden Personals 95 leere Betten nicht belegt werden könnten.

Es wurde auch investiert
Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker verteidigte die Regierungsarbeit. „Dass gespart wurde, stimmt schlicht und einfach nicht. 2014 wurden 99 Millionen Euro für die Langzeitpflege investiert, inzwischen sind wir bei 189 Millionen Euro“, rechnete sie vor. Der Personalschlüssel bei der Langzeitpflege sei einer der besten, zudem würden vermehrt Heimhilfen eingesetzt. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher will unter anderem verstärkt auf die Ausbildung junger Pflegekräfte setzen. Sie verwies auf den kontinuierlichen Ausbau des „etwas komplexen“ Angebots, das künftig von der Landessanitätsdirektion koordiniert wird.

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