03.12.2021 06:43 |

Große Rochade erwartet

Karl Nehammer - der nächste Kanzler und ÖVP-Chef

Innenminister Karl Nehammer gilt nach dem Rückzug des bisherigen ÖVP-Chefs Sebastian Kurz als klarer Favorit als Kanzler und Parteiobmann. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) erklärte bereits, er habe mit Nehammer eine „hervorragende Arbeitsbasis“. Am Freitagvormittag tagt der Parteivorstand.

Karl Nehammer stammt zwar aus Wien, aber wurde in Niederösterreich politisch sozialisiert. Er gilt als kommunikativer Netzwerker, der schon früh vom heutigen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka gefördert wurde. Seinen Master-Titel in Politischer Kommunikation an der Donau-Uni Krems machte er bei Peter Filzmaier.

Hardliner mit Handschlagqualität
Nehammer war Generalsekretär des schwarzen Arbeitnehmerbundes ÖAAB, Generalsekretär der ÖVP, und er ist seit Beginn des Jahres 2020 Innenminister in der türkis-grünen Koalition. In dieser Funktion gibt er den Hardliner, so war er etwa für die Abschiebung von gut integrierten Schulkindern in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verantwortlich. Im persönlichen Umgang gibt sich Nehammer meist freundlich und verbindlich, ihm wird Handschlagqualität zugeschrieben.

Nehammer ist verheiratet (seine Frau Katharina war Sprecherin von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Jahre davor von Sobotka, als dieser Innenminister war) und Vater von zwei Kindern.

Was Nehammers Wechsel ins Bundeskanzleramt nach sich ziehen dürfte:

  • Mit der Beförderung Nehammers zu Parteichef und Kanzler wird sein Posten als Innenminister vakant - hier steht Karoline Edtstadler hoch im Kurs.
  • Übergangs-Kanzler Alexander Schallenberg, der noch am Donnerstag sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, soll wieder in sein angestammtes Außenministerium wechseln.
  • Für den Platzhalter im Außenministerium, Michael Linhart, kommt wohl wieder ein Posten als Botschafter infrage - eventuell auch die Europa-Agenden von Edtstadler (was aber als unwahrscheinlicher gilt, weil es sich um ein Doppelministerium Europa/Verfassung handelt).

Mit dem Paukenschlag, dass am Donnerstagabend auch noch Finanzminister Gernot Blümel seinen Rücktritt erklärte, könnte die Rochade eine größere Form annehmen: In diesem Fall könnte auch Margarete Schramböck (Wirtschaft) wackeln - wobei sie bereits betonte, dass sie ihren Platz nach wie vor als gefestigt erachte, was allerdings auch Blümel Donnerstagmittag noch getan hatte. Als Wackelkandidaten gelten dem Vernehmen nach auch Elisabeth Köstinger (Tourismus, Landwirtschaft) und Susanne Raab (Frauen, Integration), die ebenfalls dem engsten Kreis um den Ex-Kanzler angehören.

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 17. Jänner 2022
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)