30.11.2021 14:54 |

A1, Magenta oder Drei?

Test: Dieser Mobilfunker hat das beste Netz

Welcher österreichische Mobilfunkanbieter hat das beste Netz? Das Fachmagazin „connect“ ist dieser Frage auch in diesem Jahr nachgegangen und hat für seinen Netztest untersucht, wer die Kunden am besten mit Sprach- und Datendiensten versorgt. Die Ergebnisse im Detail.

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Für ihren Test führte die Fachzeitschrift „connect“ vom 9. bis 18. Oktober Messungen in ganz Österreich durch. Die Tester fuhren mit vier Messfahrzeugen durch neun Groß- und 15 Kleinstädte und legten dabei rund 5580 Kilometer zurück. Hinzu kamen sogenannte Walktests zu Fuß in sechs Städten - und zwar in Zonen mit regem Publikumsverkehr wie Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Cafés, Museen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Zum Programm zählten außerdem Fahrten auf Fernverkehrsstrecken der Bahn. Insgesamt wurden so laut einer Mitteilung 35,8 Prozent der Bevölkerung (3,2 Millionen Einwohner) abgedeckt.

Sowohl für die Messfahrten mit dem Auto als auch die Walktests wurden pro Netzbetreiber je zwei Samsung Galaxy S21+ genutzt - eines für Sprach- und eines für Datentests im „5G bevorzugt“-Modus - wo immer vom Netz unterstützt, fanden Datentests also per 5G statt.

Bei den Datenmessungen wurden unter anderem mehrere nach dem Alexa-Ranking populäre Live-Seiten heruntergeladen. Zusätzlich kam die als Kepler-Seite bekannte ETSI-Referenzseite (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen) zum Einsatz. Daneben wurden zehn bzw. fünf Megabyte große Dateien herunter- bzw. hochgeladen, um die Leistung bei kleineren Datenübertragungen zu ermitteln. Ermittelt wurde außerdem die Datenrate innerhalb einer 7-Sekunden-Periode beim Up- und Download großer Dateien.

Zu guter Letzt erfasst wurde im Rahmen der sogenannten Crowdsourcing-Analysen, welche Leistungen aus den Netzen bei jedem Nutzer tatsächlich ankommen. Dafür wurden rund 262 Millionen Samples ausgewertet, was 99,8 Prozent der Bevölkerung entspricht. Um die Datenbasis für diese Analysen zu erhalten, erfassten Tausende populäre Apps im Hintergrund, ob Kontakt zum Netz besteht, welche Netztechnologien zur Verfügung stehen und mit welcher Datenrate und Latenz die Übertragung erfolgt - sofern der Nutzer der anonymen Datenerhebung zugestimmt hat.

Magenta vor A1 und Drei
Ergebnis: Zum vierten Mal in Folge konnte sich Magenta den Gesamtsieg sichern. Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern lag der Anbieter in allen drei Testdisziplinen vorn. Die jeweiligen Abstände zum Verfolger A1 summierten sich laut „connect“ auf einen deutlichen Punktevorspung, sodass Magenta wie schon im Vorjahr die Note „überragend“ erzielte. Auch beim 5G-Ausbau machte der Anbieter eine „Top-Figur“.

Mit ebenfalls sehr starken Leistungen erhielt A1 wie im Vorjahr die Note „sehr gut“ und landete dank „überzeugender Leistungen in allen Testdisziplinen“ jeweils nur wenige Punkte hinter Magenta auf dem zweiten Platz. Der Vorsprung gegenüber dem Drittplatzierten Drei ist den Testern zufolge hingegen deutlich. Und beim 5G-Ausbau in der Fläche habe A1 trotz starker Mitbewerber „derzeit deutlich die Nase vorn“.

Drei konnte laut „connect“ im Vergleich zum Vorjahr sein Leistungsniveau im Wesentlichen halten - was auch diesmal einen „sehr guten dritten Platz“ bedeutete. In der Crowd-Analyse schnitt Drei knapp vor A1 ab, in den Testdisziplinen Sprache und Daten rangierte die Hutchison-Marke knapp hinter den Mitbewerbern, zeigte aber immer noch „sehr überzeugende Ergebnisse“. Auch beim 5G-Ausbau habe Drei „gute Fortschritte“ gemacht, lautete das Urteil.

Sprachmessung im Detail
Ein insgesamt vertrautes Bild zeigte sich laut „connect“ bei den Sprachmessungen. Die in allen drei Netzen per VoLTE (Voice over LTE) getestete Verbindungsqualität lag auf „hohem Niveau“. In den Großstädten lieferten sich demnach Magenta und A1 ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Drei fiel in diesem Szenario sowohl in den Drive- als auch in den Walktests deutlich hinter die Konkurrenz zurück - und auch hinter seine Vorjahresergebnisse. Schuld daran waren „geringere Erfolgsquoten und längere Rufaufbauzeiten“.

In den Kleinstädten zeigte sich ebenfalls ein klarer Abstand zwischen Magenta und A1 an der Spitze und dem Verfolger Drei. Besonders ins Auge stachen die Rufaufbauzeiten von Magenta, die in 90 Prozent der Fälle unter einer Sekunde lagen und sogar im schwierigen Bahnszenario gelangen. Auch die Erfolgsquoten der Testtelefonate mit Magenta und A1 überzeugten: In großen und kleinen Städten sowie auf Verbindungsstraßen wurden bei beiden Anbietern mehr als 99 Prozent erreicht, in Zügen über 96 Prozent. Hier zeige „Drei Verbesserungspotenzial, wie auch in den anderen Szenarien“, so das Fazit.

Datenmessung im Detail
Bei den Datenmessungen waren Magenta und A1 ebenfalls harte Konkurrenten. In einigen Disziplinen wie den in Großstädten durchgeführten Walktests oder den Drivetests in Kleinstädten schnitten die beiden Kontrahenten in den Kategoriewertungen gleich stark ab. Auf den Verbindungsstraßen hatte A1 die Nase vorn. Drei folgte in allen Szenarien mit leichtem Abstand, wobei die Hutchison-Marke vor allem in den Großstädten zu den anderen Anbietern aufschließen konnte. „connect“ merkte zudem an, dass der Drittplatzierte bei den Datentests in Kleinstädten, auf Verbindungsstraßen und auch in der Bahn „Ergebnisse einfährt, die im Nachbarland Deutschland jeweils locker für den Kategoriesieg gereicht hätten“.

Ihr gutes Abschneiden in den städtischen Szenarien verdankten Magenta und A1 demnach dem weiter vorangeschrittenen Rollout von 4CA (Four Carrier Aggregation; die Kombination von bis zu vier Frequenzbändern) in den LTE-Netzen sowie ihren Fortschritten beim 5G-Ausbau.

Insgesamt die Nase vorn in der Daten-Disziplin behielt Magenta dank der höchsten Datenraten in allen untersuchten Szenarien. Absolut betrachtet waren die Werte in den Großstädten am besten. Auf den Verbindungsstraßen punktete A1 mit im Durchschnitt etwas höheren Upload-Datenraten als die beiden Mitbewerber. Für die Dienstegüte beim Autofahren sind zudem die Erfolgsquoten besonders wichtig - hier lagen alle drei Anbieter auf hohem Niveau, wobei Magenta und A1 in den meisten Testfällen noch einen Tick besser waren. Die Ergebnisse der YouTube-Tests waren „insgesamt erfreulich“. In dieser Teildisziplin lag bisweilen auch Drei vorn.

Crowd-Wertung im Detail
Gegenüber den Resultaten aus den Drive- und Walktests wichen die Ergebnisse der Crowdsourcing-Analysen nur in kleinerem Umfang ab. Während Magenta auch in dieser Betrachtung vorn lag, folgte Drei in der Crowd-Disziplin mit fünf Punkten Rückstand zum Kategoriesieger auf dem zweiten Platz und A1 mit weiteren drei Punkten Abstand auf dem dritten Rang. Seine Platzierung verdankte Drei den Testern zufolge „vor allem kleinen Vorsprüngen bei der Qualität der Breitbandversorgung und dem entsprechenden Zeitanteil - die Abstände sind hier jedoch knapp.“ Bei der Reichweite der Breitbandversorgung lag A1 vor den beiden Mitbewerbern.

In der Kategorie Basis-Internet lagen die heimischen Anbieter bei der crowdbasierten Auswertung der Datenraten in etwa gleichauf, wobei auch hier Drei hauchdünn in Führung ging. In der Kategorie HD-Video war der Vorsprung von Drei vor dem zweitplatzierten Anbieter A1 noch etwas deutlicher, in der anspruchsvollsten Kategorie UHD-Video lag A1 vor Drei und Magenta. In der Gaming-Kategorie konnte sich wiederum Drei an die Spitze setzen, dicht gefolgt von Magenta und schließlich A1.

„Steigerungen schwieriger zu realisieren“
„Trotz stürmischer Zeiten bleibt die Rangfolge in unserem Mobilfunknetztest stabil. Dies belegt in erster Linie, dass sich alle Anbieter gleichermaßen anstrengen, um sich weiter zu verbessern. Ohne ständige Arbeit an der Netzinfrastruktur wäre selbst ein bloßes Halten des Leistungsniveaus aus dem Vorjahr nicht möglich. Da die Ergebnisse in Österreich schon in den vergangenen Jahren auf Topniveau rangierten, sind Steigerungen nochmals schwieriger zu realisieren“, kommentierte „connect“-Autor Hannes Rügheimer.

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