26.11.2021 09:40 |

Fokus auf Regionales

Suchmaschine „Krawutzi“ färbt Google rot-weiß-rot

Angesichts des neuerlichen Lockdowns haben viele Österreicher ihre Weihnachtseinkäufe ins Internet verlagert. Hauptprofiteur dürfte laut Handelsverband abermals der internationale Online-Handel rund um Amazon & Co. sein. Dass es allerdings auch anders geht, zeigt die Suchmaschine krawutzi.at: Sie färbt die Suchergebnisse von Google rot-weiß-rot und rückt lokale Händler und Online-Shops in den Vordergrund. Amazon selbst ist standardmäßig von der Suche ausgeschlossen.

Entwickelt wurde krawutzi.at von Josef Korntheuer und Chris Landa. Angetrieben vom - wie sie es nennen - „Kasperltheater“ rund um den kostenintensiven Launch von kaufhaus-oesterreich.at, wollten der Suchmaschinenoptimierungs-Spezialist und der Programmierer herausfinden, ob es mithilfe von sogenannten Advanced-Search-Parametern nicht viel einfacher wäre, die Suchmaschinenergebnisse von Google so zu modifizieren, dass die Suchenden am Ende Ergebnisse von heimischen Webshop-Betreibern erhalten.

Ein Test mit Suchbegriffen wie „Lego“ oder „Schmuck“ zeigt, dass es funktioniert. Während bei der normalen Google-Suche Rankings der großen Online-Handelsriesen wie Amazon & Co. oder LEGO.com die vordersten Plätze dominieren, bringt eine Suche mit krawutzi.at regionale Shops wie iripro.at oder brickstore.at nach vorne. Das ist auch kein Wunder, sind Amazon, LEGO und andere große Handelsketten in den Einstellungen doch standardmäßig von der Suche ausgeschlossen.

Heimischen Handel fördern
Gestartet wurde die Suche bereits vor einem Jahr, seitdem jedoch laufend verbessert. Der Prototyp von krawutzi.at wurde Anfang November gelauncht. Die Vision von Landa und Korntheuer: „Wer krawutzi.at verwendet, soll wissen, dass er hier schnell und sicher nach Produkten suchen kann, mit dessen Kauf er den österreichischen Handel fördert.“

Einfache Anlaufstelle
Ein eigenes Amazon zu schaffen ist laut Korntheuer sinnlos. „Besser wäre es, wenn man all jenen, die aus Solidarität in Corona-Zeiten den heimischen Handel unterstützen möchten, eine einfache Anlaufstelle gibt, wo dies mit wenigen Klicks möglich ist“, erklärt er. Für die Zukunft angedacht sind weitere Verbesserungen und Funktionen wie etwa ein Filter für bestimmte Gütesiegel, wie die „Futurezone“ berichtet. Mit einem Premium-Search-Abo sollen Händler zudem die Möglichkeit erhalten, sich im Ranking vorzureihen.

„Das Beste aus beiden Welten“
„Unser langfristiger Plan ist, das beste aus beiden Welten zu machen: Einerseits ein Online-Verzeichnis, das händisch geprüft wird mit Eintragungsmöglichkeit, andererseits ein automatisierter Prozess, bei dem wir die Ergebnisse direkt aus dem Google-Index holen“, wird Korntheurer zitiert. Für Nutzer werde der Dienst aber immer gratis bleiben.

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