25.11.2021 08:53 |

Unterwegs im Gesäuse

Außer Sichtweite: Drohne inspiziert ÖBB-Strecke

Eisenbahnanlagen sowie die dazugehörende Infrastruktur müssen regelmäßigen Inspektionen unterzogen werden, was bislang zu Fuß geschieht. Unvorhersehbare Naturereignisse wie Steinschläge oder umgefallene Bäumen verlangen jedoch nach einer raschen Klärung der Lage. Hierbei könnten künftig automatisierte BVLOS-Flüge (Beyond Visual Line Of Sight; dt: außerhalb der Sichtweite) mit Drohnen behilflich sein. Um die Machbarkeit dieser „neuen“ Art von Inspektion unter Beweis zu stellen, haben die ÖBB nun zusammen mit dem niederösterreichischen Unternehmen SmartDigital einen ersten erfolgreichen Test im steirischen Gesäuse durchgeführt.

Dabei wurde zum ersten Mal von einer Drohne eine Gesamtstrecke von 30 Kilometern in nur 26 Minuten außerhalb der Sicht des Piloten geflogen. Diesen ersetzen sollen die fliegenden Inspektoren aber nicht, wie SmartDigital-CEO Alexander Schuster erläutert: „Freilich lassen sich die Inspektionen auch künftig nicht ohne den Einsatz von Spezialisten erledigen, aber sie werden durch die UAS (Unmanned Aircraft Systems, Anm.) erheblich entlastet. Diese könnten zukünftig noch zielgerichteter und punktgenau zu den Inspektionsstellen hingeführt werden.“

Ziel des auf die Datenverarbeitung spezialisierten Unternehmens aus Judenau ist es, regelmäßige Inspektionstätigkeiten und das Naturgefahrenmanagement entlang von Bahnstrecken auch in schwierigen Geländen wie beispielsweise dem des Gesäuses anzubieten. „Mithilfe spezialisierter und vollintegrierter Sensorik kann so die Beschaffenheit von Geleisen, Masten, Oberleitungen, Steinschlagnetzen oder Schutzbauwerken untersucht werden. Aus diesem Grund haben wir in neue hochwertige Flugsysteme aus Österreich investiert und um ein Betreiberzertifikat bei der Austro Control angesucht“, so Schuster in einer Mitteilung.

Der erste „Blindflug“ der vom Tochterunternehmen EuroDragons entwickelten Langstreckendrohne ED-V 12 Typhon wurde noch von der Luftfahrtbehörde kontrolliert, um sicherzustellen, dass dieser gemäß des „Specific Operations Risk Assessment“ durchgeführt wird, einer standardisierten Methodologie zur Ermittlung des Betriebsrisikos für Flüge außerhalb der Sichtweite.

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