24.11.2021 13:15 |

Wirbel in London

Abgeordnete darf mit Baby nicht ins Parlament

Die Labour-Politikerin Stella Creasy hat ihr wenige Monate altes Baby mit ins britische Parlament mitgenommen - und sich damit ein mahnendes E-Mail von der Parlamentsverwaltung eingehandelt. „Man sollte seinen Sitz in der Kammer nicht in Begleitung eines Kindes einnehmen“, hieß es in dem Mail. Creasy übte scharfe Kritik an dieser Haltung, die sich gegen arbeitende Mütter richte.

„Es scheint, als sollten Mütter in der Mutter aller Parlamente nicht zu sehen oder zu hören sein“, twitterte die Labour-Politikerin am Dienstagabend zu dem Foto des E-Mails. In dem Schreiben wurde Creasy auf die aktuellen Regeln des britischen Unterhauses hingewiesen.

Creasy hatte zuletzt vereinzelt ihr wenige Monate altes Baby mit ins Parlament genommen und wurde sogar von Kollegen für die guten Manieren ihres Nachwuchses gelobt.

Die Labour-Abgeordnete rief schon vor Wochen den Tory-Politiker Jacob Rees-Mogg dazu auf, mehr Teilhabe für Abgeordnete mit kleinen Kindern zu ermöglichen. Rees-Mogg ist in der Regierung für die Koordination des Parlamentsbetriebs zuständig, lehnte Änderungen aber bisher ab.

Vize-Premier Raab unterstützt Creasy
Vize-Premierminister Dominic Raab sprach Creasy in einem BBC-Interview sein Mitgefühl aus und sagte, der Beruf von Politikern müsse „der modernen Welt“ und dem 21. Jahrhundert angepasst werden, sodass Eltern Arbeit und Familie unter einen Hut bringen könnten. Die konkrete Ausgestaltung der Regeln für Abgeordnete wollte der Tory-Politiker aber den Verantwortlichen im Unterhaus überlassen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).