22.11.2021 06:00 |

Reportage in Kalsdorf

Neuer Bestell-Rekord: 30.000 Pakete pro Tag

Im größten Post-Logistikzentrum Österreichs, in Kalsdorf, herrscht Hochbetrieb: Rund um die Uhr sind aktuell bis zu 300 Mitarbeiter im Einsatz. Wir haben uns vor Ort umgesehen.

Schon bei der Fahrt mit dem Auto auf dem Gelände in Kalsdorf bei Graz werden einem die Dimensionen des Post-Logistikzentrums bewusst. Beim Treffen mit Basenleiter Alexander Kosiak (Bild unten) erklärt dieser: „Die Gesamtfläche des Areals beträgt 170.000 Quadratmeter, das Logistikzentrum allein ist 25.000 Quadratmeter groß.“

Insgesamt werden dort täglich an die 200.000 Pakete verteilt – national, international und an die Zustell-Touren. Apropos Zustell-Touren: Aktuell gibt es 175, knapp vor Weihnachten sind es dann bis zu 230. Ausgeliefert wird unter anderem im Großraum Graz, im Raum Weiz, Gleisdorf, Leibnitz, Köflach und Deutschlandsberg. 30.000 Sendungen sind das aktuell täglich, die auf die 200 Zusteller warten. Dabei wird heuer noch mit einem Anstieg auf bis zu 50.000 tägliche Pakete gerechnet. „Natürlich hat die Pandemie den Trend des Bestellens verstärkt“, sagt Kosiak, „der Umfang ist um die zwanzig Prozent gestiegen“. Allein im Vorjahr waren es insgesamt 7,5 Millionen Pakete, die von Kalsdorf aus zugestellt wurden.

Sechs-Tage-Betrieb, 24 Stunden lang
Die Förderanlage ist wirklich beeindruckend, insgesamt ist diese zwei Kilometer (!) lang, die Pakete werden von dort aus auf die 110 Rutschen verteilt. Dort holen dann die Zusteller in der Früh die Kartons ab. Im Hinblick auf die Feiertage wurde schon die Sechs-Tage-Woche eingeführt, im Schichtbetrieb wird dabei von 0 bis 24 Uhr gearbeitet. Im Vorjahr lag der Schnitt der ausgeführten Pakete pro Tag und Fahrer bei 143. „Den Rekord bei uns hält ein Mann, der binnen 13 Stunden unglaubliche 517 Pakete ausgeliefert hat“, erzählt Kosiak. Gefahren wird ja seit Kurzem in Graz komplett CO2-frei – 74 E-Fahrzeuge sind im Einsatz. Demnächst startet ein Pilotversuch mit Drohnen.

Jede Sendung ist wie ein Weihnachtsgeschenk
Von der Vielzahl an Kartons in den Hallen wird der Besucher fast erschlagen. „Aber“, betont Kosiak, „unseren Mitarbeitern ist schon bewusst, dass jedes Paket für den Kunden wie ein Weihnachtsgeschenk ist.“ Und dennoch: Drei Millionen Euro beträgt der Schaden durch verschwundene Pakete im Jahr. „Ja, es gibt leider immer wieder solche Vorfälle, daher haben wir in unseren Hallen auch 536 Kameras im Einsatz“, sagt Kosiak.

Polizei-Einsatz bei einem Zustellversuch
Gibt es außergewöhnliche oder kuriose Vorfälle? „Wenn die Zustellung mit Polizeibegleitung stattfindet etwa – da geht es dann meist um Drogen.“ Oder: „In einem unzustellbaren Osterschinken waren 500 Euro versteckt. Gott sei Dank haben wir den trotz üblen Geruchs nicht entsorgt.“

Von
Michael Jakl
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